Kreis beseitigt Nadelöhr im Preßnitztal

Die ehemalige Staatsstraße beschäftigt die Behörden schon seit vielen Jahren. Nun wird ein weiterer Abschnitt grundhaft ausgebaut. Davon sollen nicht nur Auto-, sondern auch Radfahrer profitieren.

Streckewalde.

Es geht eng zu auf der Kreisstraße zwischen Schönbrunn und Großrückerswalde. Besonders im Abschnitt bei Streckewalde ist Vorsicht geboten. Auf einer Brücke über die Preßnitz passen keine zwei Fahrzeuge nebeneinander. Der Landkreis will das Nadelöhr nun beseitigen lassen und mit dem Millionenprojekt eine weitere Baulücke entlang der einstigen Staatsstraße bis nach Steinbach schließen.

Demnach ist vorgesehen, die Kreisstraße im Preßnitztal auf 342 Metern Länge einschließlich der Bauwerke grundhaft auszubauen und damit die Linienführung des Verkehrswegs zu verbessern. Die drei Brücken in diesem Bereich befinden sich in einem desolaten Zustand. Der Ausbau beginnt voraussichtlich Mitte nächsten Monats, bestätigt Landratsamtssprecherin Katja Peter. Damit der Start pünktlich erfolgen kann, wurde Landrat Frank Vogel vom Kreistag ermächtigt, die Leistungen für den ersten Bauabschnitt auszuschreiben und entsprechende Zuschläge zu erteilen. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro.

Begonnen werden soll im Bereich der Brücke, die aufgrund ihrer Breite nur stark eingeschränkt befahrbar ist. Sie wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Zudem erhält die Straße auf 110 Metern Länge frischen Asphalt. Die Arbeiten dauern bis Ende Juni 2022. Der zweite Bauabschnitt beinhaltet weitere 232 Meter Straße inklusive zwei weiterer Brücken, einer Stützwand und einer Steilhangsicherung. Wann genau er sich anschließt und wie viel er kostet, steht derzeit noch nicht fest, erläutert Katja Peter.

Klar ist hingegen, dass ab nächsten Monat nach erfolgtem Baustart mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen ist. Zunächst wird die Kreisstraße halbseitig gesperrt und der Verkehr mit einer Ampel an der Baustelle vorbeigeführt. Zwischen April 2021 und April 2022 erfolgen die Arbeiten hingegen unter Vollsperrung, erklärt die Landkreis-Sprecherin.

An dem Großprojekt beteiligt sich auch Großrückerswalde. Neben Straßenbeleuchtung und Verlegung von Leerrohren für das Breitbandnetz ist die Gemeinde für einen gemeinsamen Geh- und Radweg entlang der Kreisstraße zuständig, sagt Bauamtsleiter Thomas Hermann. Bislang müssen Radfahrer in diesem Bereich auf die ohnehin enge Straße ausweichen. Mit dem Projekt wird somit auch die Lücke des Preßnitztal-Radwegs, der von Steinbach bis zur Firma Carl Dietrich führt, geschlossen. Keinen neuen Stand gibt es hingegen bei der Verknüpfung mit dem Zschopautalradweg. Vor Jahren sei eine Verlängerung der Preßnitztal-Route bis nach Schönbrunn im Gespräch gewesen. Mit einer Brücke über die Zschopau könnten beide Radwege miteinander verbunden werden.

Viel passiert entlang der Preßnitz ist auch für Autofahrer. Seit den 1990er-Jahren beschäftigen sich die Behörden mit der einstigen Staatsstraße 220, die weiter über Nieder-, Mittel- und Oberschmiedeberg nach Steinbach führt. Die Verkehrsverbindung befand sich in einem desolaten Zustand. 2011 stufte der Freistaat die Staats- zur Kreisstraße herab. Das Landratsamt wurde für die Strecke verantwortlich. "Seitdem der Landkreis zuständig ist, ist viel passiert", betont Hermann. Millionenbeträge flossen in den Ausbau. Und weitere sind notwendig, um nun noch den Abschnitt bei Streckewalde abzuschließen.

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