Kritik an Plänen für Ortsumfahrung

Am Dienstag soll eine neue Variante für den Verlauf der B 174 durch Reitzenhain vorgestellt werden. Doch schon im Vorfeld gibt es Unmut über den Entwurf.

Reitzenhain.

Lärm, Dreck und Gestank - für die Anwohner im Marienberger Ortsteil Reitzenhain ist der Transitverkehr eine Belastung. Die B 174 Richtung deutsch-tschechischer Grenze führt direkt an ihren Haustüren vorbei. Täglich fahren mehr als 1000 Lkw durch den Ort. Ein neuer Verlauf der Bundesstraße soll für Entlastung sorgen.

Nun stellen Vertreter des Landesamts für Straßenbau und Verkehr die Pläne für die Ortsumfahrung vor. Nach Auskunft von Oberbürgermeister André Heinrich (parteilos) findet am Dienstag, 18 Uhr eine Bürgerinformationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Reitzenhain statt. Die sächsische Behörde hat in den vergangenen Jahren verschiedene Varianten für eine Ortsumgehung geprüft. Doch der nun fertige Entwurf sorgt schon vor der öffentlichen Präsentation für Kritik.

"Die Lösung, die uns vorgeschlagen wird, ist nicht tragbar. Das ist keine Ortsumfahrung", sagt Karsten Drechsel. Der Reitzenhainer, seine Frau Dagmar und weitere Einwohner engagieren sich schon seit Jahren innerhalb einer Bürgerinitiative für einen neuen Verlauf der B 174. Doch die jetzigen Pläne der sächsischen Behörde stellen für ihn keine Lösung dar. Der neueste Entwurf sieht für die B 174 im Ortsteil der Bergstadt einen Ausbau im Bestand vor. Die Bundesstraße könnte einige Meter versetzt auf der alten Bahnstrecke entlang führen. Am Verlauf der Bundesstraße im Bereich Ortseingang würde sich dadurch gar nichts ändern. "Nur die Anwohner weiter Richtung Grenze werden entlastet", sagt Karsten Drechsel. Er befürchtet zudem, dass mit der Verlegung der B 174 auf den alten Bahndamm die Bewohner im Unterdorf künftig den Lärm und Gestank abbekommen. "Das wäre der Super-Gau. Erst recht ohne Schallschutzwände."

Seine persönliche Lösung: Den immensen Transitverkehr auf der B 174 verhindern und die Grenzüberfahrt für Lastwagen verbieten. Aber Drechsel ist realistisch: "Das wird leider nicht passieren."

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