Lärmschutz in Innenstadt: Tempo 30 wird geprüft

Stadtrat Marienberg beschließt Plan - jedoch ohne Maßnahmen

Marienberg.

Lärm macht krank. Das ist wissenschaftlich bewiesen. Auch Marienberg ist daher nach EU-Richtlinie und nach Bundesimmissionsschutzgesetz verpflichtet, aufgrund der Verkehrsbelastung entlang der Bundesstraße 171 in der Innenstadt einen Lärmaktionsplan zu erstellen. Der Stadtrat hat nach Abwägung der öffentlichen und privaten Belange das Papier nun in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Allerdings ohne Maßnahmen, die Lärm künftig mindern sollen. Das hat Gründe.

Aufgestellt wurde der Plan für den rund 1,1 Kilometer langen Streckenabschnitt der B 171 vom Bahnhof bis zur Einmündung auf die Ortsumgehung B 174. Dort haben Messungen Überschreitungen der Grenzwerte ergeben, so Oberbürgermeister André Heinrich (parteilos). In dem Bereich seien von 1998 bis 2003 bereits 33 von 45 Gebäuden mit Schallschutzfenstern ausgestattet worden, begründet Heinrich den Verzicht auf einen Maßnahmenplan. Zudem sei die Stadt nicht Baulastträger der Bundesstraße, habe daher auch kein Handlungsspielraum und dürfe keine Änderungen vornehmen. Zuständig sind das Landesamt für Straßenbau und Verkehr und das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Ohnehin sind Lärmschutzwände in dem Gebiet nicht möglich.

Grünen-Stadtrat Klaus-Ekkehard Köhler bezeichnet den Lärmaktionsplan als zahnlosen Tiger. Dem entgegen befürwortet er den Vorschlag von einer Anwohnerin an der Freiberger Straße. Sie schlägt vor, den Schwerlastverkehr im Stadtbereich nur noch für Anlieger zu genehmigen beziehungsweise die Geschwindigkeit für Lkw auf 30 km/h zu beschränken. Damit würde sich auch die Sicherheit im Zentrum verbessern - besonders im Hinblick auf den Schulweg.

Heinrich bestätigt, dass der Vorschlag von der Verwaltung geprüft wird. Ob Tempo 30 auch eingeführt wird, ist offen. Heinrich jedenfalls ist wenig optimistisch, dass mit der Geschwindigkeitsbeschränkung der Lärm deutlich reduziert wird. In Reitzenhain sei Tempo 30 statt 50 innerorts eingeführt worden. "Der Unterschied im Dezibel-Bereich ist minimal. Das nimmt man fast nicht wahr", so der Oberbürgermeister.

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