Laienchor nimmt große Herausforderung an

Das Werk "Petite Messe solennelle" von Gioachino Rossini wird am Samstag in der Marienberger St. Marienkirche aufgeführt. Der Kirchenmusik- direktor hat das Stück aus einem besonderen Grund ausgewählt.

Marienberg.

Glaubt man der wörtlichen Übersetzung von "Petite Messe solennelle" aus dem Französischen, so handelt es sich bei dem Werk von Gioachino Rossini um eine "Kleine feierliche Messe". Etwas untertrieben, wie der Marienberger Kirchenmusikdirektor Rudolf Winkler findet. Am Samstag wird die Komposition in der St. Marienkirche der Bergstadt aufgeführt.

"In Anbetracht einer Aufführungsdauer von etwa 80 Minuten scheint klein leicht untertrieben", sagt Winkler. Und was das zweite Adjektiv betrifft: So erwarte man von einem Komponisten, der mit Opern wie dem "Barbier von Sevilla", der "Italienerin in Algier" und dem "Türken in Italien" berühmt geworden ist, eher keine weihevolle Sakralmusik, ergänzt der Kirchenmusikdirektor, der die Messe seit Ende letzten Jahres mit einer - wie er sagt - erweiterten Marienberger Kantorei einstudiert.

"Unter den rund 60 Sangesfreudigen sind unter anderem auch welche aus Zöblitz, Pobershau und Großrückerswalde", sagt Winkler, der das Werk auch in Anbetracht des 150. Todestages des Komponisten Gioachino Rossini im Jahr 2018 für das Konzert ausgewählt hat. "Zum ersten Mal habe ich die Messe in der Dresdner Semperoper gehört. Später habe ich sie als Mitglied des A-cappella-Kammerchores Freiberg bestimmt zehn Mal mitgesungen. Ich liebe dieses Stück", sagt Winkler, dem die musikalische Vollkommenheit der Komposition besonders imponiert.

"Ein Werk voller Lebenslust, das vor Ideenreichtum geradezu spritzt", schwärmt er in Bezug auf zahlreiche Elemente unterschiedlichster Genres und Stilrichtungen: Nach einer Fuge, im Sinne Bachs, im Gloria ertönen zum Beispiel Walzerklänge, neben dramatischen Opernelementen findet sich auch ein Agnus Dei, das in der römischen Kirche bei der Austeilung der Hostie gesungen wird und das Rossinis tiefe Religiosität fühlen lässt.

"Die Messe ist unzweifelhaft eine Herausforderung und eine große Aufgabe für einen Laienchor, die wir aber meistern werden", betont Winkler, der hochkarätige Musiker als Solisten engagieren konnte. "An den Klavieren beispielsweise Johannes Klemm aus Wolkenstein und der aus Dresden stammende Markus Appelt, der in meiner Nossener Kantorenzeit bei mir Klavierunterricht hatte", freut sich der Kirchenmusikdirektor auf die Aufführung, die am Samstag, 17 Uhr beginnt.

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