Mancher schnitzt auch in den Sommerferien

Bei den Zschopauer Schnitzern gibt es keine Nachwuchssorgen. Kein Wunder: Sie haben gute Beziehungen zu einer örtlichen Schule.

Zschopau.

Wintersportler werden im Sommer gemacht, heißt es. Schnitzer vielleicht auch? "Bei uns herrscht das ganze Jahr über Saison", dementiert Ullrich Zimmermann. Seit 2017 ist er Mitglied im Zschopauer Weihnachtsbauverein und gemeinsam mit René Hauswald für die Betreuung der Nachwuchsschnitzer zuständig.

"Im Sommer hole ich mir meine Schnitzbank in den Garten und gehe auch dann meinem Hobby nach. Einen Fernseher brauche ich nicht", sagt der 68-Jährige. Handwerklich schon immer interessiert, begann er bereits mit acht Jahren zu schnitzen. "In der Jugend waren dann andere Dinge wichtiger, später ließ das Berufsleben ein regelmäßiges Schnitzen nicht zu", erzählt der Grießbacher. Mit Mitte 40 entdeckte er seine Leidenschaft neu, besuchte später Schnitzlehrgänge - unter anderem auch in Österreich. Als ihn 2017 Erwin Volkmann vom Zschopauer Weihnachtsbauverein fragte, musste er nicht lange überlegen. "Es macht mir Spaß, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Ich gebe meine Erfahrungen und mein Wissen gern weiter", so Zimmermann, der mit René Hauswald zwölf Nachwuchsschnitzer betreut. Unterstützt werden sie dabei von der Martin-Andersen-Nexö-Schule Zschopau, die die den Schülern im Rahmen ihres Ganztagsangebotes das Schnitzen und Klöppeln ermöglicht.


Tim Hilbert ist einer von ihnen - seit Oktober 2016 gehört er der Interessengemeinschaft an. "Ich habe mit meinen Eltern Ausstellungen besucht, schnupperte dann ein wenig in das Schnitzen hinein und bin dabei geblieben", erzählt der Zschopauer von seinen Anfängen. "Die Grundlagen beherrsche ich schon ganz gut, arbeiten muss ich noch am Feinschnitt", lautet die Selbsteinschätzung des Zwölfjährigen, der gerade an einem Hasen arbeitet. In den kommenden vier Wochen fährt er aber nach Bulgarien und an die Ostsee und legt erst einmal eine Schnitzpause ein.

Zu den jungen Schnitzern der Motorradstadt zählt ebenfalls Kevin Frevert. "Mein Uropa war auch Schnitzer, das hat irgendwie abgefärbt", berichtet der Zschopauer, seit zwei Jahren aktiv im Verein dabei. Der künftige Sechstklässler freut sich, wenn ein Exponat fertig ist. "Da hat man gleich etwas Schönes zum Verschenken", meint der Elfjährige. Kompliziert findet er, dass er beim Schnitzen auch manchmal mathematische Überlegungen zum Beispiel zu den geometrischen Grundformen anstellen muss. Sein erstes Werk, wie auch bei Tim Hilbert, war ein Relief mit einer Blume. Derzeit arbeitet er an einem Wichtel. "Dafür werde ich einen Teil meiner Ferien investieren, schließlich will ich es noch vor dem neuen Schuljahr fertig stellen", gibt Kevin Frevert ein klares Ziel aus.

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