Manufaktur feiert mit erlesener Gästeschar

Mozart, Schopenhauer und andere prominente Vertreter der Geschichte versammeln sich derzeit in Annaberg-Buchholz. Der Grund dafür: Das Erlebnismuseum steuert auf seinen zehnten Geburtstag zu. Doch was hat das alles mit einem sibirischen Filzstiefel zu tun?

Annaberg-Buchholz.

Traumhaft, wunderbar, toll, gelungen - derartige Attribute finden sich im Gästebuch der Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz vielfach. Die Besucherinnen und Besucher zeigen sich begeistert von der Einrichtung, die ihren zehnten Geburtstag feiert. Annähernd 460.000 waren es seit der Eröffnung des Hauses, konstatiert Franziska Herzig als zuständige Fachbereichsleiterin der Stadt- verwaltung. Und sie sprechen so- gar von "Schatztruhe" und "Edelstein".

Auch dieser Begeisterung wegen ist Franziska Herzig überzeugt, dass 2021 die Marke einer halben Million bei der Gästezahl geknackt wird. Auch wenn insbesondere dieses Jahr das Museumsteam mit der Corona-Pandemie vor ganz neue Herausforderungen gestellt worden sei. Und so werde die diesjährige Besucherzahl nicht mit den zurückliegenden Jahren standhalten können, musste doch auch die Manufaktur im Frühjahr drei Monate geschlossen werden. So konnten in diesem Jahr bisher lediglich rund 16.000 Gäste begrüßt werden.

Franziska Herzig zeigt sich aber optimistisch, dass im November und Dezember noch aufgeholt werden kann und so am Jahresende etwa 24.000 Gäste zu Buche stehen. Wichtig ist Kurator Jörg Bräuer dabei, dass mit der Eröffnung des neuen Museums den etablierten Einrichtungen in der Stadt keine Besucherinnen und Besucher weggenommen worden sind. Vielmehr sei es gelungen, mit der Manufaktur und dem so entstandenen "Kulturviertel" - zu dem er unter anderem auch die unmittelbar angrenzende Schokoladenmanufaktur zählt - die Verweildauer der Gäste in der Stadt zu verlängern. Und als einen wichtigen Aspekt sieht er auch, dass die Sammlung mit ihren insgesamt 1514 Objekten aus Volkskunst und Kunsthandwerk des Erzgebirges überhaupt im Erzgebirge zu sehen ist. "Sie hätte durchaus auch nach Holland oder Amerika gehen können", macht er deutlich. Entsprechende Angebote habe es an die Sammlerin Erika Pohl-Ströhler gegeben. Ihre Sammelleidenschaft hatte die Chemikerin, Biologin und erfolgreiche Unternehmerin bis zu ihrem Tod vor vier Jahren immer wieder ins Erzgebirge gezogen, wo der überwiegende Teil ihrer umfangreichen Sammlungen auch zu sehen ist. Der Leihvertrag mit Annaberg-Buchholz läuft vorerst bis 2032, erläutert Jörg Bräuer und ergänzt: "Wenn ihn keiner kündigt, läuft er auch weiter."

Neue Exponate kommen so zur Dauerausstellung nicht dazu. Für Abwechslung sorgen stattdessen die regelmäßigen Sonderausstellungen, derer es bisher 24 gegeben hat. Die 25. Exposition wird anlässlich des bevorstehenden Jubiläums gerade vorbereitet. Dem Anlass angemessen beinhaltet sie eine erlesene Auswahl namhafter Köpfe der Geschichte - geschaffen von dem russischen Holzbildhauer Leonty Usov. Eine außergewöhnliche Schau, für die nicht nur Initiator Dietmar Lang - selbst international anerkannter Holzbildhauermeister - einen langen Atem gebraucht hat. Eigentlich sollte sie schon im Frühjahr gezeigt werden, aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des Verbandes der Erzgebirgischen Schnitzer. Nun also werden die Arbeiten bei den Festlichkeiten des Manufakturjubiläums zu sehen sein. Das wird am 24. Oktober mit einem bunten Familientag und einem Traumabend gefeiert, mit denen laut Franziska Herzig "alle Sinne" angesprochen werden sollen.

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