Millionen-Schäden in Wolkenstein

Bürgermeister zieht nach Unwetter erste Bilanz: Beseitigung der Spuren würde rund neun Millionen Euro kosten.

Wolkenstein/Großolbersdorf/ Drebach.

Der Schaden, den dasUnwetter in der Nacht zu Samstag in Wolkenstein angerichtet hat, gehe in die Millionen, sagt Wolfram Liebing. "Wenn wir alles nach heutigem Standard in Ordnung bringen, würde das rund 9 Millionen Euro kosten", so der Bürgermeister nach einer ersten Schadensanalyse weiter. So müssten etwa Bachläufe komplett neu verlegt werden.

Am schlimmsten erwischt habe es Wolkenstein, Hilmersdorf, Warmbad, Floßplatz und Gehringswalde, wo unter anderem Wege und kleinere Straßen beschädigt wurden. Manche so stark, dass sie gesperrt werden mussten. Darunter auch einige Wanderwege, sagt Liebing. Mit einer zügigen Schadensbeseitigung rechne er nicht. "Vor allem beim Wasserbau geht nichts von heute auf morgen." Zudem seien viele Versicherungsfragen zu klären. "Das Thema wird uns noch eine Weile beschäftigen." Eine gegenseitige Schuldzuweisung würde in der jetzigen Situation nicht helfen. "Wir müssen aus unseren Erfahrungen die richtigen Schlüssel ziehen. Es ist eine bittere Lehre", so der Bürgermeister nach dem zweiten schlimmen Unwetter innerhalb von zwei Monaten. Auch von der Bundesregierung müssten jetzt die richtigen Maßnahmen angeordnet werden.

"Exorbitante Schäden" habe es auch in Großolbersdorf gegeben. Zwar nicht überall, zum Beispiel im Unterdorf. "Die Warmbader- und die Grünauer Straße hat es richtig erwischt. Der Dorfbach hat sich dort andere Wege gesucht", sagt Bürgermeister Uwe Günther. "Partiell hat das Unwetter mehr Schaden angerichtet als 2013." Eine Schadenshöhe stehe aber noch nicht fest. In Hopfgarten müsse er sich erst noch einen Überblick verschaffen.

Allerdings richtete Großolbersdorfs Bürgermeister schon scharfe Kritik an die zuletzt vorgenommenen Arbeiten zur Beseitigung der Hochwasserschäden von 2013. "Einige Bauwerke sind einfach wieder weg." Das zeige deutlich, dass die vorgeschriebene Bauweise doch nicht die richtige war. "Kein Beton, keine Anker aus Stahl. So werden Steuergelder weggespült."

Lobende Worte fand Günther dagegen für die Feuerwehr, die Straßenmeisterei und die Bauernland AG: "Die Zusammenarbeit etwa beim Räumen und Reinigen der Straßen hat bestens funktioniert." Vorbildlich sei die Einsatz- und Hilfsbereitschaft auch unter den Großolbersdorfern selbst gewesen.

Die Bauernland AG hatte in Großolbersdorf und Hilmersdorf zudem mit abgeschwemmten Äckern zu kämpfen. Außerdem seien Wege stark beschädigt worden, sagt Frank Bilz von der Geschäftsführung des Landwirtschaftsbetriebes. Auswirkung auf bevorstehende Arbeitsabläufe habe das jedoch nicht, so Bilz weiter. "Die Felder sind ja wieder trocken."

Jens Haustein war gestern ebenfalls mit der Schadensaufnahme beschäftigt. "Am schlimmsten hat es den oberen und mittleren Teil Drebachs erwischt", berichtet der Bürgermeister. Grundstücke, Zufahrten und andere Privatwege seien zerstört, Bäume umgestürzt sowie zwischen Drebach und Herold das Bankett der Ortsverbindungsstraße weggespült worden. Im Niederdorf, in Venusberg und Grießbach habe das Unwetter weit weniger gewütet, so das Drebacher Gemeindeoberhaupt weiter. "Insgesamt sind wir noch ganz gut weggekommen."

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