Mit dem Traktor zur Museumsnacht

In Pobershau bastelten die "Strickweiber" mit ihren Gästen Schatztruhen. In Wolkenstein funktionierte die Aktion auch am Tag, und in Großolbersdorf stand ein Lamborghini auf dem Parkplatz.

Pobershau/Wolkenstein/Großolbersdorf.

Aus 50 Angeboten konnten Besucher der Museumsnacht wählen. Von 14 bis 24 Uhr präsentierten am Samstag die Städte Marienberg, Wolkenstein und Pockau-Lengefeld Museen und Kirchen, Ausstellungen, Handwerkskunst sowie Mitmachstationen.

In der Böttcherfabrik luden die "Strickweiber" aus Schwarzenberg-Sonnenleithe zum Basteln ein. Die Frauen zeigen hier seit Juni eine Sonderausstellung. Mittlerweile haben sie Pobershau schätzen und lieben gelernt. Schon mehrfach sind sie seit der Eröffnung ihrer Schau in der Böttcherfabrik gewesen.

"Wir sind sehr gut aufgenommen worden und fühlen uns hier sehr wohl", sagte Annelie Oeser von den "Strickweibern". "Als wir gefragt wurden, ob wir uns an der Museumsnacht beteiligen wollen, haben wie spontan zugesagt." Die Frauen bastelten mit den jüngeren Besuchern Schatztruhen. Selina Jahn war begeistert. "Basteln ist mein Hobby", betonte das Mädchen aus Marienberg. Mit viel Liebe zum Detail verschönerte sie ihr Pappkistchen mit allerlei Zubehör. Heike Jahn kreierte derweil eine dreidimensionale Grußkarte. "Das Angebot ist nicht alltäglich", so die Mutter.

Im Schloss Wolkenstein begann die Museumsnacht am Tag. Im Fürstensaal hatte das deutsch-italienische Duo Commedia Nova rund 40 Besucher bereits am Nachmittag mit Klängen verzaubert. "So klingt Renaissance" hieß das Programm von Gaby Bultmann und Daniele Ruzzier. Eine Gruppe tschechischer Schüler war so fasziniert, dass sie sich im Anschluss auf Bitten von Gaby Bultmann mit einem tschechischen Volkslied revanchierten.

Beim Konzert am Abend, das unter dem Motto "Musik und Tanz in Mittelalter und Renaissance" stand, zeigten Commedia Nova erneut ihre Vielseitig- und Vielsaitigkeit. Trommeln, Flöten und Trummscheit, ein Streichinstrument, das aus dem Mittelalter stammt, sind nur einige ihrer Instrumente. "Ich komme eigentlich vom Schauspiel, Gaby von der Musik. Seit 1999 treten wir gemeinsam auf", berichtete Daniele Ruzzier, der aus Italien stammt und mit seiner Partnerin in Berlin lebt.

Museumsnacht in Großolbersdorf bedeutet, dass das ganze Dorf auf den Beinen ist und mittels Shuttle-Service den geöffneten Museen und Höfen einen Besuch abstattet. So war auch das Depot der freiwilligen Feuerwehr gut besucht, dort bekamen die Gäste Bratwürste und Steaks serviert. Auf Ricos Farm im Unterdorf gab es andere Köstlichkeiten: Speckfett- und Leberwurstbemmen. Die Beläge stammten von selbst gezogenen Schweinen. Auch Kesselgulasch und Kartoffelpuffer standen auf der Speisenkarte.

"Die Museumsnacht ist die Veranstaltung, bei der Unterdorf und Oberdorf mal wieder zusammenkommen", sagte Kathrin Seidel. "Die Leute bleiben nicht zu Hause, sondern werden durcheinandergewürfelt", fügte Jörg Seidel hinzu. Auf Ricos Farm kam es zum Treffen der Traktorgenerationen, als Christoph Melzer mit seinem alten Deutz antuckerte und Kathrin Ficker den Lamborghini ihres Vaters daneben stellte. "Der ist ein echter Lambo, hat nur keine Spoiler und fährt nicht so schnell", so die 33-Jährige.

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