Mundharmonika-Kurs trifft auf großes Interesse

Ob Anblas-Technik oder die Hand als Resonanzkammer: Die Teilnehmer lernten bei einem Meister seines Faches.

Marienberg.

Ein Mundharmonika-Workshop in der Marienberger Baldauf-Villa hat am Wochenende alle Erwartungen übertroffen. Constanze Ulbricht, Leiterin des Hauses, hatte dazu eingeladen, nachdem sie erfuhr, dass Marc Breitfelder, ein Meister auf dem Instrument, solche Kurse abhält. "Marc ist seit mehr als sechs Jahren regelmäßig bei uns zu Gast. Seine Konzerte sind stets sehr gut besucht", sagt Constanze Ulbricht. Marc Breitfelder konnte als erster und bisher einziger europäischer Mundharmonikaspieler die International Blues Challenge, den weltweit größten Bluesmusiker-Wettbewerb in Memphis (Tennessee), gewinnen. Zudem wurde er zwei Mal mit dem German Blues Award ausgezeichnet, er gewann die German und Baltic Blues Challenge, erhielt den John Lennon Talent Award und erreichte beim 1. European Harmonica Festival den ersten Platz.

Der heute 55-Jährige hat vor ziemlich genau 40 Jahren mit dem Mundharmonikaspiel begonnen. "Mit fünf Jahren habe ich Flöte gelernt, später Klavier", so der Kieler, der schon frühzeitig von Ragtime-Musik, einem Vorläufer des Jazz, fasziniert war. Darüber kam er zum Blues. Die Initialzündung, selbst eine Mundharmonika in die Hand zu nehmen, hat ihm ein Konzert der britischen The Blues Band gegeben. Denn vom Sound der dort eingesetzten Blues-Harp, wie die Mundharmonika auch genannt wird, war der damals 15-Jährige komplett begeistert. "Sonntags war das Konzert. Am Montag habe ich mir eine Blues-Harp gekauft, am Freitag stand ich schon selbst bei einer Bluessession auf der Bühne", so Marc Breitfelder, der sich das Spiel auf dem kleinen, aber feinen Instrument fast komplett selbst beigebracht hat. "Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das Entdecken der Blues-Harp sehr lange dauern kann", so Breitfelder. Um Freunden der Mundharmonika, sowohl Einsteigern als auch Fortgeschrittenen, diese Zeit des Probierens zu verkürzen, gibt er sein Wissen und Können weiter. "In meiner norddeutschen Heimat gebe ich regelmäßigen Blues-Harp-Unterricht; Workshops nur maximal vier pro Jahr", sagt Marc Breitfelder, der in diesen neben Grundtechniken des Spiels auf der Harp auch auf Spielstile eingeht. Zudem vermittelt er Wissenswertes zu Atemtechniken, Spielen mit Vokalen und Konsonanten, zum Halten des Instrumentes und dem Einsatz der Hände als Resonanzkammer.

"Für unseren Workshop waren ursprünglich zehn Teilnehmer geplant, 16 waren da. Das Interesse war aber noch größer. Wir mussten leider auch Anfragen ablehnen", sagt Constanze Ulbrich. Zu jenen, die einen Platz ergattern konnten, gehörte Ingrid Mehlhorn. Die heute 79-Jährige hatte vor rund 15 Jahren begonnen, Mundharmonika zu spielen und im Laufe der Zeit auch schon an fünf Lehrgängen in Klingenthal teilgenommen. "Der Workshop hat mir echt etwas gebracht. Besonders die Zungenschlag-Spieltechnik", sagt die Olbernhauerin, die fast täglich auf einer ihrer rund 50 Mundharmonikas spielt.

Auch Silke Lötzsch war voll des Lobes. "Die Anblas-Techniken sind interessant", so die Musiklehrerin, die die Mundharmonika vornehmlich in privater Runde spielt. "Durch den Workshop habe ich ein paar neue Dinge gelernt, die den Spaß am Spiel noch vergrößern."

Für Marc Breitfelder war die starke Nachfrage nach seinem Lehrgang wenig verwunderlich. "Kein anderes Musikinstrument ist dem Spieler so eng verbunden, wie die Mundharmonika. Man atmet durch sie hindurch, und wenn man sie spielt, ist es beinahe so, als ob sie die eigene Stimme übernimmt und für einen spricht", so Marc Breitfelder, der spätestens im nächsten Jahr wieder einen Workshop in Marienberg geben möchte.


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