Nach kaltem Mai wird es schlagartig warm

Der Juni heimst hitzemäßig gleich mehrere Rekorde ein. Zudem ist es in der Region wieder sehr trocken geblieben.

Olbernhau.

Mit der Tag- und Nachtgleiche am 23. September um genau 9.50 Uhr ist nun auch astronomisch beziehungsweise kalendarisch der Sommer zu Ende gegangen. Für die Meteorologen war dies schon am letzten Augusttag der Fall. Statistisch lassen sich volle Monate besser verwalten, somit umfasst der meteorologische Sommer die kompletten Monate Juni, Juli und August. Ein Rückblick:

Abseits derer wollte in Bezug auf vor- oder spätsommerliche Temperaturen auch tatsächlich nicht viel gelingen. Vor allem der Mai, der fast jedes Jahr mit einigen Sommertagen über 25 Grad aufwarten konnte, brachte dieses Jahr keinen einzigen solchen zustande. Mit zusätzlich ungewöhnlich vielen Frostnächten (fünf) war er folgerichtig der kälteste seit 28 Jahren. Das änderte sich mit dem meteorologischen Sommeranfang am 1. Juni nahezu schlagartig. 17 Sommertage, davon vier heiße Tage mit mehr als 30 Grad Celsius, derartiges sucht man in der Vergangenheit vergeblich. Eine unglaubliche Monatsmitteltemperatur von 20,0 Grad, was einer Abweichung von 4,9 Grad entspricht, bedeutet ebenso neuer Juni-Rekord wie die Höchsttemperatur von 35,3 Grad am 30. Juni.

Der Juli und der August ließen es zu Monatsbeginn jeweils moderat angehen, um jeweils zum Ende andauernde Supersommer-Phasen hinzulegen. Dabei schloss der Juli um 0,8 und der August um 2,0 Grad zu warm ab. In Summe errechnet sich ein Sommer-Temperaturmittel von 18,6 Grad und somit 0,6 Grad wärmer als im Vorjahr und 0,9 Grad mehr als 2003. Der Sommer war also im Erzgebirge, das bestätigt auch der Deutsche Wetterdienst an seinen Stationen in Marienberg, Aue, Carlsfeld und auf dem Fichtelberg, der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Bei der Anzahl der Sommertage bleibt das Jahr 2003 aber weiterhin unangefochten an der Spitze mit 47 Tagen und 2015 der Favorit mit 17 heißen Tagen.

Das Thema Trockenheit entwickelte sich zusätzlich im wahrsten Sinne zum Dauerbrenner. Mit einer Summe von 169 Litern pro Quadratmeter regnete es in diesem Sommer nur unwesentliche neun Liter mehr als im Vorjahreszeitraum und damit wiederum rund 100 Liter weniger als im 30-jährigen Mittel. Im langjährigen Vergleich seit 1951 in Olbernhau belegen 2018 und 2019 Platz vier und fünf der trockensten Sommer nach 1969 (79 Liter), 1976 (147) und 1959 (157).

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