Niedersaidaerin singt bei "Nabucco" mit

Wenn in der Olbernhauer Saigerhütte Verdis Oper aufgeführt wird, steht Waltraud Richter mit auf der Bühne. Sie tritt als Statistin auf - und wird Teil des berühmten Gefangenenchores.

Niedersaida.

Waltraud Richter hat gehofft unter den Glücklichen zu sein, doch damit gerechtet hat sie nicht. Am 5. August darf sie bei der Aufführung von Verdis Oper "Nabucco" in der malerischen Kulisse der Olbernhauer Saigerhütte mit auf die Bühne - als Statistin. Waltraud Richter wird Teil des berühmten Gefangenenchores.

Gewonnen hat Waltraud Richter die kleine Rolle bei einer Verlosung, die "Freie Presse" gemeinsam mit dem Veranstalter auf den Weg brachte. Mitte Juli hatte sie den entsprechenden Aufruf dazu in der Zeitung gelesen. Die Niedersaidaerin rief an und kam bereits beim zweiten Versuch durch. Als sie erfuhr, dass sie gewonnen hat, war die Freude riesig. Dass sie nun mit dem Festspielensemble Prag im Rahmen des Grünthaler Sommers auf der Bühne steht, ist für sie etwas ganz Großes. "Ich singe sehr gern und habe noch nie etwas Vergleichbares gemacht. Ich habe dazu wahrscheinlich nie wieder die Gelegenheit", so Waltraud Richter.

Schon in ihrer Kindheit und Jugend sang Waltraud Richter gern. Damals zählte sie zur Kurrende der Kirchgemeinde. Später gehörte sie der Singegruppe des Press- und Schmiedewerkes in Brand-Erbisdorf an. Mit dem Ensemble schaffte sie es sogar nach Berlin. Dort sang die Gruppe mit vielen anderen auch zum 25-jährigen Jubiläum der DDR. "Das war für uns schon etwas ganz besonders", betont sie. Jetzt singt sie ab und zu im Rahmen der Singenachmittage mit dem Verein "Begegnung der drei Saiden" und noch viel häufiger mit ihren Enkeln. "Ich bin schon sehr gespannt, was am 5. August auf mich zukommt", sagt die 64-Jährige. Schließlich handelt es sich bei den Musikern um Profis.

Den Gefangenenchor kennt sie natürlich. Zur Sicherheit hat sie ihn sich auch im Internet angeschaut. "Ich bin nur gebeten worden, nicht ganz so laut mitzusingen", erzählt sie. Die Profis sollen die Oberhand behalten, vermutet sie. Anforderungen wurden nicht gestellt. "Ich soll nur um 18 Uhr da sein, mit schwarzen Strümpfen sowie schwarzen Schuhen", berichtet die angehende Statistin. Sie werde geschminkt und natürlich auch eingekleidet. Auf die Kulisse freut sich Waltraud Richter auch. Sie kennt die Saigerhütte und findet sie wunderbar passend für "Nabucco". Die Saigerhütte habe so etwas Geheimnisvolles.

Übrigens ist es nicht das erste Mal, dass Waltraud Richter etwas mit der "Freien Presse" gewinnt. Vor kurzem ergatterte sie sich Freikarten für "Santiano" auf der Freilichtbühne Zwickau. Die Kurkonzerte in Warmbad besucht sie oft gemeinsam mit ihrem Mann Uwe Richter und ihrer Schwiegermutter. Ihr Gatte unterstützt sie selbstverständlich auch bei ihrem ersten Opernauftritt und wird im Publikum sitzen.

Ein weiteres Hobby teilt sich die Niedersaidaerin mit ihrem Mann. Sie haben einen großen Garten, den sie gemeinsam bewirtschaften. Dort gedeihen Obst, Gemüse, Blumen und Kräuter. Über ihre Kräuter hat sie schon zweimal ein Lied gesungen. Das erste Mal bot sie es auf einem Jubelgeburtstag innerhalb der Familie dar. Den zweiten Auftritt hatte sie erst vor kurzem beim Fest in der Kleingartenanlage.

Die Aufführung von "Nabucco" beginnt am 5. August, 19 Uhr. Karten gibt es in den Shops der "Freien Presse". Sie kosten zwischen 45 Euro (mit Leserkarte 40,60 Euro) und 60 Euro (mit Leserkarte 54,10 Euro).

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