Oberbürgermeister kritisiert Freistaat

André Heinrich hat zum Neujahrsempfang die Marienberger Wirtschaft thematisiert. Und dabei die Probleme offen und deutlich angesprochen.

Marienberg.

Für den einen war es eine Premiere, für den anderen bereits Routine: die Reden zum gemeinsamen Neujahrsempfang der Bergstadt und des Panzergrenadierbataillons 371. Während der neue Kommandeur, Oberstleutnant Axel Niemann, am Donnerstagabend in der Stadthalle erstmals über bisherige und künftige Aufgaben der Marienberger Jäger sprach, stand Oberbürgermeister André Heinrich bereits zum vierten Mal am Rednerpult - traditionsgemäß wieder mit einem neuen Schwerpunkt.

Heinrich thematisierte die Wirtschaft in der Bergstadt - von den Industriebetrieben in den Gewerbegebieten bis zum Handel in der Innenstadt und den Firmen in den Ortsteilen. Dabei sparte der Oberbürgermeister nicht mit Kritik in Richtung Freistaat: "Es könnte vieles auch einfacher gehen, wenn das gesetzliche Regelwerk etwas schlanker wäre. Die meisten Unternehmer sagen mir, dass sie gern freier agieren würden. Ein Hineindiktieren vom Staat braucht kein Unternehmer." Betriebe bräuchten schnelle Entscheidungen. "Diese sollten sich nicht durch unnötige, komplizierte Verfahren verzögern." Neben zuviel Bürokratie kritisierte Heinrich den Zustand der Staatsstraßen - der S 221 von Marienberg nach Großrückerswalde - und die unzureichende Verbindung zwischen Reitzenhain und Rothen-thal. Der Stadtchef fordert zudem eine bessere Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Marienberg müsse ans Bahnnetz angeschlossen werden. Aktuell fahren Züge nur bis Pockau-Lengefeld.


Von 804 auf 416 Arbeitslose

Die Anzahl der Arbeitslosen ist in Marienberg von 2013 bis Ende 2018 von 804 auf 416 gesunken. 6586 sozialversicherungspflichtige Stellen sind besetzt. Statistisch gesehen fallen in der Bergstadt auf jede offene Stelle 2,6 Arbeitslose.

Beschäftigungsstärkste Branche ist das verarbeitende Gewerbe mit 2100 Stellen, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (1000) sowie dem Bereich Handel und Kfz-Gewerbe (700).

4,5 Millionen Euro Gewerbesteuervorauszahlung sind im Doppelhaushalt 2019/2020 veranschlagt. (rickh)

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1Kommentare
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  • 2
    0
    Haecker
    21.01.2019

    Was sind "unnötige, komplizierte Verfahren"? Sicher gibt es solche, aber man möchte es schon etwas konkreter wissen. Darf jeder selbst festlegen, was er für "unnötig" hält? "Ein Hineindiktieren vom Staat braucht kein Unternehmer." Was meint der OB damit?



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