Olbernhau kämpft um Geldwürfel

Olbernhaus Bürgermeister Heinz-Peter Haustein schlägt einen städtischen Zuschuss vor, um in Dörnthal die Bargeldversorgung zu sichern. Die Erzgebirgssparkasse will dies prüfen.

Olbernhau.

Der Bargeldwürfel der Erzgebirgssparkasse soll zum 11. Januar in Dörnthal vom Netz gehen. Nicht nur die Ortschaftsräte umliegender Olbernhauer Ortsteile wollen das verhindern, sondern auch die Stadträte. Sie haben sich in einer Stellungnahme gegen das Aus ausgesprochen. Ihre Forderung: Der Vorstand solle die "getroffene Entscheidung rückgängig machen".

Es sei deutlich zu spät über die Pläne informiert worden, betonte Rat Guido Kolberg (CDU), als während der Stadtratssitzung über das Thema befunden wurde. Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) schloss sich am gestrigen Freitag auf Nachfrage dieser Einschätzung an. Er sagte: Wäre die Stadt rechtzeitig einbezogen worden, hätte im Vorfeld nach einer Lösung gesucht werden können. Sein Vorschlag: Olbernhau gibt bis zu 10.000 Euro im Jahr zum Betrieb des Würfels hinzu.

"Freie Presse" fragte bei der Sparkasse nach. Andre Leonhardt vom Vorstandsstab erklärte zu einer möglichen finanziellen Beteiligung der Stadt: "Diese Information ist uns neu. Wir müssen uns erst mit dieser Option auseinandersetzen, sind jedoch an einer Lösung interessiert." Indes bekräftigte er, dass der Überweisungsbriefkasten in Dörnthal erhalten bleiben soll. An welchem Standort er sich künftig befindet, kann Leonhardt noch nicht sagen.

Große Hoffnungen ruhen auf der Petition, die vor allem von den Ortschaftsräten auf den Weg gebracht wurde. In ihr ist von einer "katastrophalen Entwicklung für den ländlichen Raum" die Rede. Die Petition mit mehr als 20 Signaturen wurde unter anderem an Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landrat Frank Vogel gesandt.

Zuständig beim Freistaat ist das Finanzministerium. Pressesprecherin Sandra Jäschke geht davon aus, dass die Initiatoren in der kommenden Woche eine Antwort erhalten. Schon jetzt betonte sie: Die Sparkasse sei nicht verpflichtet, unrentable Filialen zu betreiben. Aus dem öffentlichen Auftrag der Sparkasse ergebe sich keine Bestandsgarantie für eine einzelne Zweigstelle oder einen Geldwürfel.

"Freie Presse" fragte auch beim Erzgebirgskreis nach, wie dieser sich zur Petition positioniert und inwiefern der Landkreis die Möglichkeit sieht, eine gemeinsame Lösung zu finden. Die Antwort stand am gestrigen Freitag noch aus.

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