Preisgekrönte Schokoladenseiten

Modedesignerin Christine Werzner aus Stolzenhain zeigt ab morgen in der Turmgalerie auf Schloss Augustusburg Mode, Grafik, Malerei und Plastik sowie eine extra für die Eröffnung entwickelte besondere Präsentation.

Augustusburg/Stolzenhain.

Einfach nur eine Ausstellung zu machen, ist Christine Werzner zu wenig. "Für mich gehört eine Performance einfach dazu. Kleider müssen präsentiert werden". Und Bandbreite ist ihr wichtig. In ihrer Werkschau im Schloss Augustusburg "Schokoladenseiten - Menschen Bilder in Kunst und Mode" stellt die vielseitige Künstlerin aus Stolzenhain neben ihren teils preisgekrönten Kleidern auch Bilder und Plastiken aus, darunter bemerkenswerte Akt- und Aquarellzeichnungen.

Diese Vielfalt kommt nicht von ungefähr. "Querdenken ist für mich das Allerwichtigste. Das ist die Quelle für meine Inspirationen", sagt Christine Werzner. Auf ihre Ausbildung ist sie stolz. Die gelernte Herrenmaßschneiderin hat Mode von der Pike auf gelernt. "Wer Herren kann, kann alles nähen. Bei den Damen kann man mal was kaschieren. Bei den Herren muss alles perfekt sitzen." Nach Ihrer Berufsausbildung studierte sie und ging dann als Diplom-Designerin in die Industrie. Im volkseigenen Betrieb lernte sie, aus wenig etwas Brauchbares zu machen. In der Lößnitzer Bekleidungsindustrie arbeitete sie als Modedesignerin und entwarf das allgemein bekannte Design der DDR-Jeans.

Nach einer kurzen privaten Auszeit kam dann für Christine Werzner in Sachen Mode ein Neuanfang. Ihre erste Kollektion nach der Wende bescherte ihr gleich einen Modepreis. "Ich wollte auch im Marketing auf eigenen Füßen stehen und deshalb wissen, wie die Wessis so ticken." Also studierte sie an der Universität Wuppertal Marketing und Management. Seit 1998 bringt sie unter ihrem eigenen Label "CW" jährlich zwei neue Kollektionen heraus. Und heimste weitere Preise ein. Nicht nur für ihr Kleid aus Glasfaser in Kombination mit Organza, das in der Ausstellung auch zu sehen sein wird. Dafür erhielt sie vom Bundesministerium für Forschung und Bildung einen ersten Preis. Auch beim Baltic Fashion Award in Heringsdorf räumte sie ab. Und den bekam sie nicht nur für ihre Kleider, die sie übrigens alle selber näht. Die Performance war inklusive.

Christine Werzner hat die Präsentation ihre Kreationen noch nie dem Zufall überlassen. Ihr Abschluss als Kreativpädagogin hilft ihr Mode, Tanz und Musik zu einer ihr eigenen Kunstform werden zu lassen. Wer also auch ihre Performance "Bewegung in Raum und Zeit" erleben möchte, hat morgen Gelegenheit. 15 Uhr wird damit in der Turmgalerie auf Schloss Augustusburg die Ausstellung "Schokoladenseiten - Menschen Bilder in Kunst und Mode" eröffnet, die bis einschließlich 4. Juni läuft.

Weitere Infos unter www.christine-werzner.de und www.turmgalerie.de

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