Radwegausbau verzögert sich

Fehlendes Geld und ein Formfehler - der Ausbau der Fernstrecke "Sächsische Mittelgebirge" steht in der Region vor Herausforderungen.

Heidersdorf/Olbernhau.

Sie soll das Erzgebirge für Radfahrer einfacher erreichbar machen: die Erzgebirgsradmagistrale der Fernstrecke "Sächsische Mittelgebirge". Beginnend in Schöna an der Elbe führt die Route entlang des Gebirgskamms bis nach Oberwildenthal bei Johanngeorgenstadt. Rund 244 Kilometer lang ist die Strecke auf deutscher Seite, doch gerade im mittleren Erzgebirge bröckelt die Fahrbahn auf gleich mehreren Abschnitten, besonders zwischen Olbernhau und Heidersdorf.

Den Zustand der Fernradstrecke beklagt auch Peter Donath. Der genannte Abschnitt sei im Anstieg, aber besonders in der Abfahrt eine Gefahr für jeden Radfahrer und könne nur noch als Geröllhalde bezeichnet werden. "Es wäre doch bedauerlich, wenn durch die Verleihung des Welterbetitels angelockte Touristen Negativberichte in die Welt tragen würden", sagt Donath. Er wohnt an der Fahrbahn am Relhök in Heidersdorf, fast genau an der Grenze zur Olbernhauer Flur.

Zuständig im Olbernhauer Rathaus ist Bauamtsleiter Stefan Procksch. Er weiß um den Zustand der Strecke. Die Witterung habe der sandgeschlemmten Oberfläche zugesetzt, seit der Weg vor knapp zehn Jahren als Zufahrtsstraße für den damaligen Bau der Opal-Erdgasleitung angelegt worden sei, sagte der Bauamtsleiter. Um die 300.000 Euro würde es kosten, den rund 1300 Meter langen Abschnitt auf Vordermann zu bringen. Bislang sei die Strecke noch nicht asphaltiert worden, da andere Bauvorhaben hinsichtlich der Finanzierung vorgingen, so Procksch. Er würde gern Leader-Geld, also Mittel der Europäischen Union und des Freistaates, nutzen. Der Zuschuss könne sich auf zwei Drittel belaufen. Allerdings ist schon jetzt klar: Das Leader-Programm läuft im kommenden Jahr aus, Anträge auf Förderung sind aussichtslos, da das Geld im Topf bereits vergeben ist. Stefan Proksch hofft deshalb auf eine Neuauflage des Programms oder eine Förderung aus einem anderen Topf. Erst dann könne der Ausbau angegangen werden.

Im Streckenabschnitt auf der Heidersdorfer Gemarkung sieht es nicht viel anders aus. Ursprünglich stand der Ausbau des Weges kurz bevor. Ein entsprechender Fördermittelantrag erhielt grünes Licht. Doch wenig später wurde ein Formfehler im Antrag festgestellt: Der Weg zum Relhök befindet sich zwar im Eigentum der Gemeinde, besitzt aber keine öffentliche Widmung. Eine Förderung sei deshalb nicht möglich. Heidersdorfs Bürgermeister Andreas Börner (PBI) sagte deshalb in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass ein Umwidmungsverfahren eingeleitet worden sei und der Antrag zur Förderung des Ausbaus im kommenden Jahr erneut gestellt werde.

www.freiepresse.de/radfernweg

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