Saatgutbörse soll Artenvielfalt im Erzgebirge dauerhaft sichern

Getauscht wurden ausschließlich sortenechte Pflanzensamen. Denn gegenüber den Produkten im Handel hat dies einen entscheidenden Vorteil.

Rübenau.

In ein Eldorado für Gartenfreunde, Selbstversorger und Naturliebhaber hat sich am Samstagvormittag das Haus der Kammbegegnungen des Fördervereins Natura Miriquidica in Rübenau verwandelt. Gemeinsam mit dem Kreisverband Mittleres Erzgebirge des Naturschutzbundes (NABU) waren Interessierte zur 1. Erzgebirgischen Saatguttauschbörse eingeladen.

"Wir veranstalten seit 2008 jährlich am Himmelfahrtstag eine Pflanzentauschbörse. Dabei wurde seitens der Besucher immer wieder die Frage nach Saatgut gestellt. Das haben wir zum Anlass für diese Tauschbörse genommen", erklärt Babett Schreiter vom Natura Miriquidica Verein. Getauscht wurde ausschließlich sortenechtes sowie samenfestes Saatgut, welches zudem aus der Region stammt und daher an die hiesigen Klima- und Bodenverhältnisse angepasst ist. "Im Handel wird vielfach sogenanntes Hybridsaatgut angeboten. Dieses ist nicht nachbaufähig, denn die Samen sind nicht fruchtbar, es entstehen also keine vollwertigen neuen Pflanzen daraus", sagt Babett Schreiter. Bei der Börse wurde aber nicht nur Saatgut getauscht, sondern auch Wissen und dazu gab es auch Anbautipps. "Alles in allem ein Baustein, um die Artenvielfalt zu erhalten oder sie zurückzuholen", so Babett Schreiter. Eine zweite Auflage der Tauschbörse im kommenden Jahr hat sie fest ins Auge gefasst hat.


Hokkaidokürbis

Mathias Schmidt, Rübenau: "Ich habe Hokkaidokürbissamen mitgebracht, der aus meinem kleinen Garten stammt, wo ich vieles für den Eigenbedarf anbaue. Mitgenommen habe ich von der Börse alte Gemüsesorten; Tomaten beispielsweise. Für meine große Wiese zudem Blumen- und Kräutersamen, um die Vielfältigkeit der Pflanzen zu vermehren, was auch gut für Insekten ist." (faso)


Blumen und Kräuter

Heike Egerland, Reichenbach: "In meinem 650 Quadratmeter großen Garten ziehe ich schon immer alle Pflanzen selbst. Blumen-, Kräuter-, Tee- oder auch Gemüsesamen habe ich davon. Hier habe ich alte Gemüsesorten gefunden, Rettich oder Tomaten etwa. Die alten Sorten schmecken besser, nicht zu vergleichen mit den Zuchtsorten. Auch Bohnen- und Dillsamen habe ich mitgenommen." (faso)


Dicke Bohnen

Frank Schubert, Ansprung: "Vor Jahren habe ich mir ökologisches Saatgut gekauft, ausgesät und von den Pflanzen wieder Samen gewonnen, den ich dann im heimischen Garten erfolgreich vermehrt habe. Dicke Bohnen zum Beispiel oder auch Rettich. Dieses Saatgut habe ich zum Tausch mitgebracht. Ich halte hier nach Essbarem Ausschau: alte Selleriesorten oder auch Zwiebeln." (faso)

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