Saxofon geht auch klassisch

In der Seiffener Bergkirche hörten am Samstagnachmittag annähernd 170 Besucher den Musikanten aus Nordwestmecklenburg zu. Die Gäste aus dem Norden der Republik sind in der Spielzeuggemeinde seit Jahren eine feste Größe im Konzertprogramm.

Seiffen.

Konzertveranstaltungen sind in der Seiffener Bergkirche eine feste Größe. Annähernd 40 finden Jahr für Jahr im Gotteshaus des Spielzeugdorfes statt. Meistens werden dabei klassische Stücke auf Orgel, Blechblas- oder Streichinstrumenten dargeboten. Am Samstagnachmittag war das etwas anders: Musiziert wurde auf dem Saxofon.

Schon zum zwölften Mal gastierte das Ensemble Saxophonia Concertante aus Nordwestmecklenburg in Seiffen und spielte diesmal für rund 170 Besucher, die mit Applaus nicht sparten und sich mehrere Zugaben erklatschten. Zu den Gästen gehörte Gunter Fuchs. "Das ist bestimmt das zehnte Konzert des Ensembles, das ich hier besuche. Ich bin jedes Mal wieder aufs Neue begeistert", sagte der Pockauer.

Für insgesamt sechs Musikerinnen und einen Musiker um Ensemble-Leiter Ralph-Uwe Künzel bildete das Konzert den Abschluss einer arbeitsintensiven Woche. "Wir kommen seit 2008 in den Winterferien für eine Woche nach Seiffen, um hier eines unserer beiden jährlichen Probenlager zu absolvieren", berichtete Künzel. Das Ensemble hat er im Jahr 2002 gegründet. "Ich bin Musikpädagoge und unterrichte an mehreren Musikschulen zwischen Lübeck, Wismar und Schwerin. Inspiriert von Ludwig Güttler und dessen Ensemble entschloss ich mich, eine eigene Gruppe mit meinen Musikschülern zu formen", erklärte Ralph-Uwe Künzel, der später auch den Kontakt ins Erzgebirge knüpfte.

Aufgewachsen in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, zieht es den inzwischen in Schwerin lebenden Musiklehrer noch immer regelmäßig in die Heimat seiner Kindheit und Jugend. "Nach einem Konzertbesuch im Januar 2008 in der Seiffener Bergkirche wollte ich mit meinen Schützlingen unbedingt hier auftreten - und rannte mit meinem Ansinnen bei der Kirchgemeinde offene Türen ein", erinnert sich der heute 56-Jährige.

"Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wir sind froh, dass uns die Musiker schon so lange die Treue halten", sagte Seiffens Pfarrer Michael Harzer.

Eine Woche lang haben die Jugendlichen täglich sechs bis sieben Stunden geprobt. In ihrer Freizeit erkundeten die Gäste aus Nordwestmecklenburg die Region und gaben sich dank des reichlich vorhandenen Schnees winterlichen Freuden hin. "Wir waren rodeln, Schlittschuh und Ski laufen", berichtete Ralph-Uwe Künzel, der hofft, auch im nächsten Jahr wieder mit seinen Musikschülern in Seiffen zu Gast sein zu können.


"Ich mache ausgewählte Stücke für das Instrument spielbar"

Ralph-Uwe Künzel leitet das Ensemble Saxophonia Concertante. Kristian Hahn unterhielt sich mit ihm darüber, wie Saxofon und Klassik zusammenpassen.

Freie Presse: Was macht das Spielen von klassischer Musik auf dem Saxofon so besonders?

Ralph-Uwe Künzel: Als die Werke komponiert wurden, gab es noch kein Saxofon. Deshalb arrangiere ich ausgewählte Stücke, das heißt ich passe sie an und mache sie für das Instrument spielbar. Wegen des enorm dynamischen Umfanges und des sehr variantenreichen Klangbilds des Instrumentes ergibt sich ein neues Hörerlebnis.

Spielen Ihre Schüler gern klassische Musik?

Die ausgewählten Werke müssen passen. Wenn sie sich gut spielen lassen, dann haben die Jugendlichen auch Freude an der klassischen Musik.

Umfasst das Repertoire des Ensembles ausschließlich Klassik?

Nein. Das ist nur ein Teil. Unterhaltungsmusik wie Swing, Jazz und Pop gehören ebenso zum Wirkungsfeld wie Weihnachtsprogramme und -konzerte, Festgottesdienste, Neujahrsempfänge, Ausstellungseröffnungen und private Feiern.

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