Schüler entwerfen Zukunftspläne für Marienberger Marktplatz

Die Trebra-Oberschule beteiligt sich an dem Projekt "Architektur macht Schule". Dabei setzen sich die Jungen und Mädchen mit dem zentralen Areal der Innenstadt auseinander. Ihre Ergebnisse sollen auch der Stadt zur Verfügung gestellt werden.

Marienberg.

Vor reichlich zehn Jahren wurde damit begonnen, den Marienberger Markt umzugestalten. Insgesamt flossen rund 2,45 Millionen Euro in das Projekt. Seit 2010 prägt eine Struktur aus unterschiedlicher Granitpflasterung in vier großen Quadraten das Bild des Marktes, auf dem auch das Denkmal von Stadtgründer Herzog Heinrich steht. Bänke, Blumenkübel, Fahrradständer und ein Springbrunnen runden das Bild ab.

Das sich mehr aus dem Marktplatz machen lässt, dessen sind sich 16 Schüler der Marienberger Trebra- Oberschule sicher und machen Nägel mit Köpfen. Im Rahmen des Projektes "Architektur macht Schule" unternehmen sie ein Jahr lang einen Ausflug in die Welt der Baukultur mit dem Ziel, konkrete Ideen zu präsentieren, wie der Markt aus Schülersicht mit mehr Leben erfüllt und besser nutzbar gemacht werden könnte. Initiiert wurde das Projekt vom Verein zur Entwicklung der Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal sowie der Stiftung sächsischer Architekten. In der hiesigen Leader-Region beteiligen sich drei Schulen an dem Projekt: das Martin-Luther-Gymnasium in Frankenberg, das Pufendorfgymnasium in Flöha und die Heinrich-von-Trebra-Oberschule in Marienberg.

"Zu Beginn des Schuljahres stellte mir die Schulleitung die Frage, ob wir uns am Projekt im Rahmen des Wirtschafts-, Technik- und Hauswirtschaftsunterrichts (WTH) beteiligen wollen. Da 'Bauen & Wohnen' in den Klassenstufen 7 bis 9 sowieso zum Lehrstoff gehört, war die Entscheidung nicht schwer", sagt Mario Melzer, der an der Trebra-Oberschule WTH unterrichtet. Unterstützung bekommt er von Knut Weber. Der Architekt aus Annaberg-Buchholz ist auch Mitglied der Architektenkammer. "Die Idee, uns über den Markt Gedanken zu machen, kam uns dann relativ schnell", so der Lehrer.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung in Dresden stellten Schüler, Lehrer und Architekt ihr Vorhaben vor und legten danach los. "Zunächst haben wir uns mit der Geschichte Marienbergs beschäftigt, uns über die frühere und heutige Nutzung des Marktes informiert und auch den Straßenverkehr mit in unsere Überlegungen einbezogen", sagt Schüler Max Bloi. Aufgeteilt in sieben Arbeitsgruppen brachten die Schüler alles zu Papier. "Seitens der Stadtverwaltung wurden wir mit Grundrissen und Plänen versorgt, die die Grundlage für unsere Aufzeichnungen sind", ergänzt Knut Weber. Das zusammengetragene Wissen mündet derzeit bei jeder der Arbeitsgruppen zunächst in einem zeichnerischen Entwurf, aus dem nachfolgend ein kleines Modell zur besseren Veranschaulichung entstehen soll.

"Bis zur Präsentation des Ergebnisses Mitte Juni ist es nicht mehr lang. Zu erkennen ist aber, dass aus unterschiedlichen Ansätzen einander ähnelnde Ergebnisse entstehen: Der Markt soll proportioniert werden," erklärt Knut Weber. Wie ein solches Ergebnis im Detail aussieht, erläutert Max Bloi, der mit Michelle Loose zusammenarbeitet: "Wir möchten den Markt in vier Bereiche aufteilen. Einen für Kinder zum Spielen, einen für den Wochenmarkt, einen zum Erholen und einen, in dem eine feste Bühne steht. Zudem sehen wir den Brunnen in einer anderen Bauform an anderer Stelle."

Nachdem alle Arbeiten, die innerhalb des Projektes entstanden sind, im Rahmen einer Abschlusspräsentation vorgestellt wurden, wird daraus eine Dokumentation entstehen, die auch den jeweiligen Kommunen zur Verfügung gestellt wird. "Ob unsere Ideen umgesetzt werden, wissen wir nicht. Mir macht Unterricht in der Form aber Spaß. Mal was anderes eben. Einen Berufswunsch leite ich daraus aber nicht ab", sagt Max Bloi.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...