Schwitzen unter Glas

HOCHSOMMER: Wie kommt der Erzgebirger mit Hitze und Trockenheit zurecht, wenn er arbeiten muss und keinen Urlaub hat? Heute: Gärtnerin Annett Müller.

Gornau.

Sommerliche Temperaturen ist Annett Müller gewöhnt. Doch die anhaltende Hitze macht der Gärtnerin in diesem Sommer schon zu schaffen. Sie ist Juniorchefin der Gornauer Gärtnerei Konrad Müller. In den Gewächshäusern, in denen zurzeit der Herbstflor und die Alpenveilchen herangezogen werden, klettert das Thermometer nicht selten auf mehr als 40 Grad Celsius.

"Dort und auf dem Schnittblumenfeld muss derzeit viel gegossen werden", sagt die 37-Jährige. Körperlich schwere Arbeit verlegt sie nach Möglichkeit in die Morgen- und Abendstunden, bevorzugt leichte Kleidung, einen Strohhut im Freien und Sonnenschutzcreme für Nase und Ohren. "Nur auf festes Schuhwerk kann ich aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht verzichten."

Für eine kühle Dusche während der Arbeit fehlt Annett Müller die nötige Zeit. "Außerdem hält die Erfrischung meist nicht lange an", sagt die diplomierte Gartenbau-Ingenieurin. Und wie steht es mit dem Trinken? "Ich nehme mir immer vor, mehr zu trinken und vergesse es dann im Laufe des Tages wieder", gibt sie zu.

So wie der Mensch unter der augenblicklichen Trockenheit und Hitze leidet, leiden auch die Pflanzen, ist die Gärtnerin überzeugt. Besonders Kohlgewächsen mache im Freien das Wetter zu schaffen. Mit einer guten Bewässerung lässt sich aber einiges ausgleichen. Im Gewächshaus wird dreimal täglich die Luft befeuchtet beziehungsweise gegossen. "Zum Glück ist die meiste Ware aus den Gewächshäusern schon verkauft. Von der Herbstware, die jetzt noch darin wächst, benötigen Gurken und Tomaten am meisten Wasser."

Das kommt derzeit noch aus einer Zisterne, die mit Regenwasser und Wasser aus Felddrainagen gespeist wird. Noch fließt etwas nach. Allerdings könnte auch dieses Quelle bald versiegen, sollte die Trockenheit anhalten. "Dann werden wir im August auf Trinkwasser zurückgreifen müssen. Das wird kostspielig", befürchtet Annett Müller.

Unter Glas bewirtschaftet die Gornauer Gärtnerei eine Fläche von annähernd 1000 Quadratmetern. Hinzu kommt eine Freifläche von 3000 Quadratmetern. Die Gärtnerei Müller ist im Übrigen auch für die Bepflanzung und Pflege des Zschopauer Stadtgebiets in Zusammenarbeit mit dem Bauhof zuständig. Für Blumenschmuck in der Motorradstadt steht der Verwaltung jährlich ein Betrag von reichlich 4000 Euro zur Verfügung.

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