Seiffen beginnt mit Umbau des Freibades

Jahrelang hatte die Gemeinde um Finanzierung und Baugenehmigung gerungen. Zwischenzeitlich stand das Projekt auf Messers Schneide.

Seiffen.

Es ist das glückliche Ende einer behördlichen Odyssee: In Seiffen kann das ehemalige Schwimmbad in ein Regenrückhaltebecken umgebaut werden. Ein entsprechender Förderbescheid der Sächsischen Aufbaubank (SAB) sei im Rathaus eingegangen, informierte Bürgermeister Martin Wittig (CDU) während der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Die Feuerwehr hat bereits in den vergangenen Tagen das Wasser des alten Bades abgelassen. Mittlerweile sind die Bagger auf dem Gelände zu Gange. Das Vorhaben soll bis zum Winter soweit wie möglich umgesetzt werden. "Wir planen, das Becken bis Mitte des kommenden Jahres umzugestalten", sagte Wittig. Das sei auch deshalb notwendig, da es eine zeitliche Bindung der Fördermittel gebe.

Das Fördergeld war der seidene Faden, an dem das Projekt zuletzt hing. Ursprünglich kalkulierte die Gemeinde die Kosten für den Umbau auf etwas mehr als eine halbe Million Euro. Doch zahlreiche Auflagen ließen die Kosten steigen. Zuletzt hatte das Referat Fischerei des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie den Baustart verhindert. Der Grund: Der Bau des Beckens würde den Lebensraum geschützter Tierarten, allen voran der im Seiffener Bach beheimaten Fischart Groppe, nachhaltig stören, wenn der Bachlauf durch ein Becken blockiert werden würde. Doch schon jetzt ist der Lauf des Seiffener Baches durch das alte Freibad unterbrochen.

Die Umweltbehörde berief sich auf die EU-Wasserrahmenrichtlinie, wonach Bauvorhaben an Gewässern nur zulässig seien, wenn sich deren Zustand dadurch verbessert. Damit wurde die Kommune zu einem Ausgleich für den geplanten Freibadumbau verpflichtet. Dieser fand sich schließlich mit dem Abriss eines Wehres am Bach im Seiffener Grund.

Statt der ursprünglich geplanten Summe verdoppelten sich die Kosten für den Umbau auf insgesamt 1.055.000 Euro. So viel Geld hatte die Gemeinde für das zu 100 Prozent von der Sächsischen Aufbaubank geförderte Vorhaben jedoch nicht zugesagt bekommen. Das Projekt drohte zu platzen, da in diesem Sommer die Förderperiode auslief - zugesagtes, aber nicht verbautes Fördergeld hätte demzufolge zurückgegeben werden müssen. Wie Martin Wittig informierte, habe die Gemeinde daraufhin einen Antrag um Aufstockung der Mittel gestellt und sei damit erfolgreich gewesen.

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