Seiffen plant Demonstration wegen maroder Hauptstraße

Das Planfeststellungsverfahren zur Erneuerung ist abgeschlossen, doch eine Sanierung nicht in Sicht. Nun planen die Bürger direkten Protest - dafür gibt es schon ein Datum.

Seiffen.

Der Frust sitzt tief bei Einwohnern und Bürgermeister im Spielzeugdorf Seiffen. Die dortige Hauptstraße ist seit Jahren in einem maroden Zustand, eine Sanierung trotz abgeschlossenem Planfeststellungsverfahren nicht in Sicht. Entsprechend emotional wurde das Thema in der jüngsten Einwohnerversammlung disku- tiert.

Bürgermeister Martin Wittig (CDU) hatte unter anderem an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) sowie an Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) geschrieben, um auf den unzumutbaren Zustand der Fahrbahn aufmerksam zu machen. Die ernüchternde Antwort aus dem Lasuv: In diesem Jahr würde keine Sanierung erfolgen, im kommenden Jahr aller Voraussicht nach auch nicht. Grund sei das fehlende Geld. Der Ministerpräsident ließ das Schreiben des Seiffener Rathauschefs gänzlich unbeantwortet.

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"Ich habe für dieses Verhalten kein Verständnis, wir werden einfach nicht ernst genommen", klagte der Seiffener Bürgermeister. Er werde nun ein letztes Mal bei den Behörden nachfragen. "Wenn es wieder nur Vertröstungen gibt, bin ich der Meinung, dass wir uns alle zum Demonstrieren treffen sollten", kündigte Wittig an. Er sei kein Freund von Parolen, stattdessen wünsche er sich einen kreativen Protest, an dem alle Bürger teilnehmen können. Zudem soll es nach Möglichkeit auch in anderen Kommunen, in denen die Straßensanierung nicht voran kommt, parallel stattfindende Aktionen geben. "Entsprechende Gespräche mit Bürgermeistern habe ich bereits geführt", sagte Wittig in der Einwohnerversammlung.

Trotz vereinzelter Bedenken, ob die geplante Protestaktion genügend Aufmerksamkeit erzeugen kann, stimmte der Großteil der anwesenden Einwohner der Aktion zu. Als Datum für die Demonstration steht nun der 6. Juni im Raum.

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