Seiffener Freilichtmuseum feiert Richtfest für neue Attraktion

Auf dem Gelände wird eine historische Schmiede rekonstruiert. Das Gebäude stand einst in Pfaffroda und soll bis Mai 2020 fertiggestellt werden. Ein Problem gibt es mit der Innenausstattung.

Seiffen.

Gäste des Seiffener Freilichtmuseums werden bald eine zusätzliche Attraktion besuchen können. Mitte Mai kommenden Jahres soll eine Schmiede, die seit April als 15. Gebäude des Museums errichtet wird, fertiggestellt sein. Zu besonderen Anlässen wird dann auch ein Schmied sein Handwerk in dem Gebäude demonstrieren. Bereits am gestrigen Dienstag wurde auf der Baustelle das Richtfest gefeiert.

"Eine Schmiede gehörte zur damaligen Zeit in jedes Dorf, denn das Handwerk war unverzichtbar. Der Schmied wurde unter anderem als Beschlagschmied für Wagen und Ackergeräte, als Hufschmied, Kunstschmied, Schlosser und Werkzeughersteller gebraucht. Nicht zuletzt auch für die bergbaulichen und bäuerlichen Gerätschaften", sagt Catrin Tolksdorf-Bilz, die als Mitarbeiterin der Gemeinde Seiffen für die Umsetzung des Baus der Schmiede mit verantwortlich ist. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1973 sind im Erzgebirgischen Freilichtmuseum in Seiffen historische Bauwerke und Werkstätten des Erzgebirges aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert zu sehen. Derzeit geben 14 Gebäude und Anlagen den Besuchern einen Eindruck von der damaligen Bau- und Lebensweise der Menschen in einem erzgebirgischen Dorf.


Wie alle anderen Gebäude des Freilichtmuseums handelt es sich auch bei der Schmiede um ein vom Originalstandort nach Seiffen umgesetztes Gebäude. "Die historische Schmiede befand sich ursprünglich in Pfaffroda, wurde um 1760 errichtet, 1998 dort abgebaut und die Baumaterialien auf dem Gelände des Freilichtmuseums eingelagert", erläutert Catrin Tolksdorf-Bilz. Als mit dem Wiederaufbau beauftragter Bauplaner nahm Dr. Dietmar Häßler diese Materialien 2015 erstmals in Augenschein. "Im Wesentlichen war das ein großer Haufen Steine, Holz der Dachkonstruktion sowie einige Deckenbalken", so Häßler. Da es sich bei der Schmiede baurechtlich um keine Sanierung, sondern einen Wiederaufbau handelte und somit aktuelle Bauvorschriften eingehalten werden mussten, konnten nur einige der vorhandenen Baumaterialien verwendet werden.

"Beispielsweise wurden die Giebel in Natursteinmauerwerk hergestellt und der Rohbau mit kleinformatigem Mauerwerk gesetzt. Die Abmessungen inklusive der Stärke der Wände und der Form der Fensterbögen entsprechen aber dem Original. Beim Außenputz wurde zudem auf ein optisches Erscheinungsbild geachtet, welches dem musealen Charakter Rechnung trägt", so Dr.Dietmar Häßler, der noch in diesem Jahr mit der Fertigstellung des Daches rechnet. Dieses wird mit Naturschiefer eingedeckt. Der Innenausbau sowie die Ausstattung sollen dann ab Winter und bis Frühjahr des kommenden Jahres erfolgen.

"Leider ist von der alten Innenausstattung nichts mehr vorhanden. Wir tragen daher derzeit alles zusammen, was in einer Schmiede um 1800 zu finden war, damit auch Schauvorführungen stattfinden können", sagt der Leiter des Freilichtmuseums, Jörg Bunjes. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern wird er zudem in den kommenden Wochen Türen, Tore und Fenster aus Holz bauen, die dann in die Schmiede eingebaut werden.

Im Zuge des Wiederaufbaus der historischen Schmiede wird derzeit auch noch ein Anbau an das direkt daneben stehende Wohnstallhaus realisiert. "Dabei handelt es sich um ein Backhaus, das in früheren Zeiten an solchen Häusern zu finden war. Zudem sanieren wir das Schindeldach des Wohnstallhauses", erklärt Jörg Bunjes.

Für das gesamte Projekt im Freilichtmuseum wendet die Gemeinde Seiffen als Bauherr rund 130.000 Euro auf. "Da der Wiederaufbau Teil des grenzübergreifenden Projektes ,Gemeinsame Geschichte und Traditionen im Erzgebirge - aktiv erleben' ist, bekommen wir eine EU-Förderung in Höhe von 75 Prozent," sagt Seiffens Kämmerer Michael Labuske.

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