So stehen die Chancen auf weiße Weihnachten

Diplom-Meteorologe Dominik Jung spricht im Interview über das Winterwetter

Marienberg.

Schon nächste Woche soll es im Erzgebirge für eine Schneedecke reichen. Patrick Herrl hat sich mit dem Diplom-Meteorologen Dominik Jung vom Wetterportal Wetter.net über die weiteren Aussichten unterhalten - und dem Experten die im Winter wohl wichtigste Frage gestellt.

Freie Presse: Die letzten Tage brachten viel Regen. Wie sieht es in den nächsten Tagen aus?

Dominik Jung: Der zweite Advent wird auch nass. Erst nächste Woche wird es kälter. Dann kommt auch Weihnachtsstimmung auf.

Wann ist mit dem nächsten Schnee zu rechnen?

Nächste Woche kann es schneien und dann auch im Erzgebirge für eine Schneedecke reichen, die auch ein paar Tage Bestand hat. Wie lange, das müssen wir abwarten.

Wie sehen die Prognosen für Heiligabend aus? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Weihnachten weiß ausfällt?

Es kommt erst einmal auf die Höhenlage an. Ganz oben im Erzgebirge bei 1000 Metern haben wir sicher zu 80 bis 90 Prozent weiße Weihnachten. Weiter unten nehmen die Chancen rasch ab. Ganz unten liegt die Wahrscheinlichkeit nur noch bei 10 bis 20 Prozent.

Was ist generell für ein Winter im Erzgebirge in Aussicht? Zu warm oder zu kalt? Eher nass oder doch trocken?

Das ist schwer zu sagen. Man kann keine Vorhersage für eine Jahreszeit abgeben. Es gibt nur Monatstrends. Die schätzen ab, ob ein Monat zu nass, zu trocken und mild oder kalt werden könnte. Beim Winter sieht es nach leicht zu warm und etwas mehr Niederschlag als üblich aus.

Warum ist der vergangene Winter so schneearm ausgefallen?

Weil es oftmals warm und vielfach trocken war. Gerade in Sachsen war es nicht wirklich nass.

Kritiker behaupten, Wetterexperten liegen oft falsch. Was sagen Sie dazu?

Ein abgeschlossenes Meteorologie-Studium belegt eine entsprechende Ausbildung. Zum Wetterexperten gehört mehr als Wolken gucken. Im Studium gibt es die Fächer Mathematik, Physik und Meteorologie. Manchmal auch Chemie. Da lernt man Hintergründe. Wettervorhersagen sind in den vergangenen Jahrzehnten immer besser geworden - ein statistisch belegbarer Fakt.

Warum gibt es trotzdem Fehler?

Beispiel Sommergewitter: Man kann am Vortag abschätzen, dass es in einer Region Gewitter geben kann, aber nicht die exakten Ortschaften benennen. Trifft es nur einen Ort und die Nachbargemeinden nicht, heißt es: Die liegen immer falsch. So entstehen diese Aussagen.

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