Sportliche Botschafter repräsentieren künftig Sachsen

Das Schwimmteam Erzgebirge und der Großrückerswalder SV sind Teil der Image-Kampagne "So geht sächsisch". Dafür erhalten sie eine Prämie, die vor allem der Nachwuchsförderung zugutekommen soll.

Marienberg.

"Sachsen hat mehr zu bieten als einen besonderen Dialekt" - mit diesem Slogan wirbt die Kampagne "So geht sächsisch" der Landesregierung für den Freistaat. Um diese Vielfalt in möglichst allen Facetten widerspiegeln zu können, wurden im zurückliegenden Jahr die mehr als 4500 Sportvereine im Freistaat mit einem Wettbewerb aufgerufen, sich an der Kampagne zu beteiligen. Zahlreiche Bewerbungen sind seither in der Dresdner Staatskanzlei eingegangen, 100 sächsische Vereine wurden schließlich ausgewählt - darunter der Verein Schwimmteam Erzgebirge und der SV Großrückerswalde.

Als einzige Sportvereine im mittleren Erzgebirge sind sie nun Teil der Image-Kampagne und werden auf der Internetseite der Staatskanzlei als Sachsenbotschafter gelistet. Sie repräsentieren damit den Freistaat nach außen - damit ist auch eine Prämie in Höhe von 2000 Euro verbunden. Wofür das Schwimmteam Erzgebirge das Geld konkret verwenden wird, sei noch offen. "Die 2000 Euro sind gern gesehen, doch nur einen Tropfen auf den heißen Stein", sagt Vereinsvorstand Alexander Steiner. 760 Mitglieder zählt der Verein aktuell, 450 davon sind Kinder und Jugendliche. Deshalb soll das Geld laut Steiner vor allem für die Nachwuchsförderung verwendet werden. Knapp 40 Sportangebote organisiert der Verein wöchentlich an seinen zwei Trainingsstandorten in Marienberg und Olbernhau - ausschließlich im Ehrenamt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Breitensport. Allerdings fördert der Verein auch Talente aus den eigenen Reihen für den Leistungssport. Mit Lisa Graf hat sogar eine Olympiateilnehmerin ihre sportlichen Wurzeln beim Schwimmteam Erzgebirge. In der Radsportabteilung, die der Verein unterhält, haben die Sportler mit Robert Petzold sogar einen Weltrekordler (2016: 24 Stunden Höhenmeter-Weltrekord) aufzubieten.

Der Verein organisiert jährlich mehrere überregionale Veranstaltungen. Die wichtigste für die Radsportabteilung ist der Fahrradmarathon "Elbspitze" von Dresden in die Alpen. Jahreshöhepunkt für die Schwimmer ist hingegen der Internationale Erzgebirgsschwimmcup mit rund 800 Teilnehmern.

Der Vereinsvorstand des Großrückerswalder SV hat ebenfalls noch nicht entschieden, wofür das Geld konkret verwendet werden soll. Das geschieht laut Vorstandsmitglied Carsten Weisbach zur Vorstandssitzung am 26. April. Auch für die Großrückerswalder stehe jedoch bereits fest, dass das Geld der Jugendarbeit im Verein zugutekommen soll. Dort werde es auch gebraucht, denn der SV Großrückerswalde unterhält mehrere Jugendsportabteilungen, sagt Pressesprecher Stefan Pechfelder. 389 Mitglieder zählt der Verein, davon sind 123 Kinder und Jugendliche. Die meisten von ihnen kicken in der Fußballabteilung, aber der Verein ist auch in anderen Sparten - etwa Tischtennis und Faustball - in einigen höherklassigen Ligen vertreten.

Bei all diesen Sportarten gebe es einen gewissen Verschleiß, so Vereinssprecher Pechfelder, "vor allem bei den Trikots und bei der Ausrüstung". Daneben hat der Verein dieses Jahr gleich zwei Jubiläen im Kalender stehen. So wurde erst Anfang März die Gründung des Sportvereins vor 70 Jahren gefeiert, im September soll der Großrückerswalder Gassenlauf seine zehnte Auflage erleben. Seit Jahren gibt es zudem eine Kooperation zwischen dem SV Großrückerswalde und dem Schulsportverein der evangelischen Oberschule "Erhard und Rudolf Mauersberger". "Die Oberschule kann unseren Sportplatz nutzen, den der Verein von der Gemeinde gepachtet hat, dafür dürfen unsere Sportler in der Turnhalle der Schule trainieren", so Stefan Pechfelder.

Eine lebendiges Vereinswesen mit einer effektiven Nachwuchsförderung sei neben vorbildhafter Integrationsarbeit und Regionalität eines der Hauptkriterien für die Auswahl der Gewinner gewesen, sagt Frank Wend, Referatsleiter Kommunikation und Öffentlichkeit der "So geht sächsisch"-Kampagne. Es sei zwar eine Image-Kampagne, "doch gehört zu unserem Kampagnenziel auch, den Breitensport im Freistaat zu unterstützen", so Frank Wend.

www.freiepresse.de/sportvereine

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