Stadt will historisches Gewölbe erhalten

Auf dem Gelände vor dem Rittergut entsteht eine neue Parkfläche. Diese ist von der besonderen Art - sie hat einen Keller.

Olbernhau.

Seit Mai liegt die Fläche am Rungstockbach vor dem Olbernhauer Rittergut brach, weil die Stadt dort umbauen lässt. Geplant ist eine neue, größere Parkplatzfläche. Doch wo künftig Autos abgestellt werden, waren schon vor hunderten von Jahren Menschen umtriebig. An der Nordseite des Geländes schlummerte bisweilen ein altes Kellergewölbe, das offenbar dem Rittergut zugehörig ist. Die Stadt hat sich nun entschieden, dieses zu erhalten und zugänglich zu machen.

"Uns war bekannt, dass dort ein Keller ist", erklärt Olbernhaus Bauamtsleiter Stefan Procksch. "Aber dieser hat ein Dornröschendasein geführt." Erst im Rahmen des Parkplatzumbaus sei es möglich gewesen, den Keller in Ruhe anzusehen. "Er müsste aus dem 17. Jahrhundert sein", schätzt Procksch. Die Räume seien für ihr Alter "bemerkenswert gut erhalten". Die Stadt hat sich daraufhin mit dem sächsischen Landesamt für Archäologie verständigt und beschlossen, den Gewölbekeller im Original zu erhalten. "Er soll wieder Zugang bekommen", so der Bauamtsleiter. Möglich ist das vonseiten des Rungstockbachs. Es sei sogar angedacht, den Keller gelegentlich zu nutzen, etwa zum Stadtfest.

Dem Parkplatzumbau steht das Gewölbe indes nicht im Weg. Da es tief im Boden liegt, soll eine Betonplatte darübergelegt werden, die den Keller abdeckt und schützt und auf deren Oberseite Autos parken können. Die Baukosten - rund 400.000 Euro - werden sich dadurch um 50.000 Euro erhöhen. "Als Stadt ist es uns das aber wert", erklärt Procksch die Entscheidung.

Derweil machten die Bauarbeiter einen weiteren Fund beim Umbau: Alte Teer-Reste, vermutlich aus DDR-Zeiten. Die Stadt habe diese ausgehoben und Proben zur Analyse geschickt, um sicherzustellen, wie die Altlasten entsorgt werden können. Ob die Kosten dadurch noch einmal steigen, sei noch nicht klar. "Mit so etwas muss man im Innenstadtbereich aber immer mal rechnen", so Procksch. Der Fund sei nicht außergewöhnlich.

Die neue Parkfläche - rund 200 Quadratmeter - soll im Oktober fertig werden. Knapp 80 Plätze entstehen, auch drei Ladesäulen für Elektroautos sind geplant. Vornehmlich soll die Fläche für das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) dienen, das in den nächsten zwei Jahren gebaut wird. Laut Procksch werde gegen Jahresende mit Erteilung der Baugenehmigung für das MVZ zu rechnen sei. Bauherr ist das Rote Kreuz, die Stadt bezuschusst das Projekt.

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