Stadtkirche Zöblitz wird zum Tonstudio

Elisabeth Rohloff und Stefan Leitner haben in Zöblitz eine neue CD eingespielt. Im Mittelpunkt stand dabei die Silbermannorgel. Zu hören gibt es nicht nur Barockes, sondern auch die Musik junger Komponisten.

Zöblitz.

Die Stadtkirche Zöblitz ist in der vergangenen Woche in ein großes Aufnahmestudio verwandelt worden. Tonmeister Paul Zöllner aus Dresden platzierte sechs Mikrofone so, dass sie den Klang von Orgel und Trompeten genau einfangen konnten. Hauptakteurin war die Silbermannorgel, gespielt von Kantorin Elisabeth Rohloff, nicht weniger bedeutend waren die Trompeten, gespielt von Stefan Leitner.

"Viele Besucher der Kirche fragen, ob es Tonaufnahmen mit der Zöblitzer Silbermannorgel gibt. Die gab es, sie sind aber vergriffen. Deshalb habe ich die Gelegenheit genutzt", sagte Elisabeth Rohloff. Die Zöblitzer Kantorin hatte schon oft mit Stefan Leitner musiziert, das war vor der Coronakrise. "Jetzt ist alles anders, es gibt derzeit keine Auftrittsmöglichkeiten", erzählte der Österreicher, der als Solotrompeter beim Mittelsächsischen Theater in Freiberg arbeitet. Es gebe zwar Gottesdienste mit wenigen Besuchern, Konzerte sind derzeit aber gar nicht möglich, sagte die Kantorin.

Die beiden Musiker stellten ein Programm zusammen, das sowohl die Orgel in den besten Tönen erklingen lässt, als auch den Trompeten, darunter eine Piccolotrompete, gerecht werden sollte. Darunter befinden sich Barockstücke wie ein Concerto von Johann Sebastian Bach, eine Toccata von Dietrich Buxtehude und eine Sonate von Giovanni Bonaventura Viviani. "Wir haben die Liste der Stücke gemeinsam erstellt und wollten dabei auch Stücke junger Komponisten wie Sergey Tsoy spielen. Es sollte auch keine reine Orgel-CD werden", sagte Elisabeth Rohloff.

"Auf der CD werden Momentaufnahmen zu hören sein", so die Kantorin, und Stefan Leitner präzisierte: "Dieselben Stücke würden in einem Jahr anders klingen, vielleicht um Nuancen, aber es wäre hörbar. Die Balance und die Klangfarben kann der Tonmeister noch etwas variieren." Paul Zöllner bestätigte: "Der Klang ist mit der Aufnahme in der Kirche fertig, den kann ich nur in geringem Maße variieren." Veranschlagt waren für die Aufnahme zwei Tage, dass dann doch drei Tage daraus wurden, sahen die Beteiligten als "puren Luxus" an.

Die neue CD sollte eigentlich am 14. Juni, 16 Uhr, mit einem Konzert in der Zöblitzer Stadtkirche präsentiert werden. Sie hielten erst einmal an diesem Termin fest, wenn es anders wird, liege das nicht in ihren Händen, konstatierten Trompeter und Kantorin.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.