Verein engagiert sich für Lückenschluss

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Die Bahnstrecke Freiberg-Most bekommt weitere Unterstützer auf tschechischer Seite - wie eine 96-jährige Zeitzeugin der "Erzgebirgs-Zeitung" und einen 17-jährigen Wikipedia-Autor.

Freiberg/Teplitz.

Mehr als 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sollen wieder Züge im Osterzgebirge von Sachsen nach Böhmen fahren. Für dieses Ziel, den Lückenschluss auf der Bahnstrecke Freiberg-Most zwischen Holzhau und Moldava (Moldau), engagieren sich Vereine, Kommunen und Politiker auf beiden Seiten der Grenze. Jetzt bekommen sie weitere Unterstützung auf tschechischer Seite: Vergangene Woche hat sich in Nordböhmen der Teplitzer Verein (Teplický spolek) gegründet.

"Die Idee war, auch Leute aus der Teplitzer Region zu gewinnen", sagt Petr Fišer. Er ist Vorsitzender des Georgendorfer Vereins (eskojietínský spolek), der sich seit zehn Jahren für den Erhalt des historischen und kulturellen Erbes der einst überwiegend von Deutschen bewohnten Region an der Grenze zu Sachsen engagiert. Der neue Teplitzer Verein soll nun nach dem Konzept des Georgendorfer Vereins arbeiten. Beide Vereine wiederum knüpfen lose an die Tätigkeit des Nordböhmischen Gebirgsvereins-Verbandes an, der 1882 in Karlsbad gegründet wurde und ab 1887 seinen Sitz in Teplitz hatte. Was den neuen Teplitzer Verein mit dem historischen Verband verbindet, ist der Titel "Erzgebirgs-Zeitung" (Krušnohorské noviny), eine heimatkundliche Zeitschrift für das Erzgebirge und Böhmische Mittelgebirge, die bis 1943 in Teplitz-Schönau erschien. 2015 wurde die "Erzgebirgs-Zeitung" wiederbelebt, seit 2017 erscheint sie als zweisprachiges Jahresmagazin in Zusammenarbeit mit dem Heimatgeschichtsverein Rechenberg-Bienenmühle.

Der Teplitzer Verein wird sich nun an diesem Verlagsprojekt beteiligen. Zu den 21 Gründungsmitgliedern gehört Hana Truncová (96), Ehrenbürgerin der Stadt Teplice und Zeitzeugin der historischen Redaktion der "Erzgebirgs-Zeitung". Sie war Studentin des letzten Chefredakteurs Gustav Müller an der Handelsakademie in Teplitz-Schönau. Ein weiteres prominentes Gründungsmitglied ist Gerhard Tschunko, Ehrenvorsitzender der Bergsteigersparte des TJ Lokomotiva Teplice und Teilnehmer einer Expedition nach Spitzbergen im Jahr 1968, bei der einer der erreichten Gipfel nach der Stadt Teplice benannt wurde. Jüngstes Vereinsmitglied ist der 17-jährige Wikipedia-Autor Vojtech Safranek.

Als Vorsitzende des Vereins wurde Eva Kardová aus Moldava gewählt, die sich seit Jahren für die Erhaltung und Entwicklung des Teplitzer Semmerings, der Eisenbahnstrecke von Most nach Moldava, einsetzt. Im Vereinsrat arbeitet sie auch mit Dagmar Lechová zusammen, deren Familie Dykast aus Teplitz bis 1945 das Bahnhofsrestaurant in Moldau führte, das noch vor einigen Jahren in Betrieb war.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Gemeinderat von Moldava beschlossen, das leer stehende Bahnhofsgebäude nicht zu veräußern, sondern mithilfe von Fördermitteln zu sanieren.

Eines der Ziele des neuen Vereins ist die Unterstützung des Stiftungsfonds "Teplitzer Semmering/Moldauer Bahn" für den Wiederanschluss der Moldauer an die Freiberger Eisenbahn. Für September ist in Teplice die dritte deutsch-tschechische Konferenz dazu geplant. Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) hat sein Kommen zugesagt.

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