Welpen-Besitzerin wehrt sich gegen Vorwurf illegaler Einfuhr

Die Behörden sehen gleich mehrere Verstöße. Sarah Mitic hält dagegen: Alle nötigen Dokumente seien vorgelegt worden. Ihre Tiere hat sie zurückerhalten. Einen Anwalt schaltete sie trotzdem ein.

Marienberg/München.

Sarah Mitic ist erleichtert: Nach tagelanger Odyssee darf sie die Hundewelpen in den Händen halten. Es gehe den elf Tieren gut, sagt sie. Ein Teil der Mischlinge tollt in der Münchner Wohnung auf dem Sofa herum, vier wurden bereits an Bekannte abgegeben. Zugleich ist es Sarah Mitic anzumerken, dass das Geschehene sie nicht loslässt. Mit aller Kraft wehrt sie sich gegen Vorwürfe, die Welpen seien über Reitzenhain illegal nach Deutschland eingeführt worden. Sämtliche Dokumente hätten vorgelegen, sagt sie. Nicht der Fahrer aus Bosnien habe einen Fehler begangen, sondern der Zoll.

Mitte Dezember waren die elf Tiere von der Bundespolizei entdeckt worden. Mitarbeiter des Zolls wurden hinzugezogen. Sie kamen zu dem Schluss: Es handelt sich um einen illegalen Tiertransport. Die Aussage der Besitzerin, dass alle nötigen Unterlagen vorhanden waren, will Zollsprecher Holger Giersberg nicht stehen lassen: "Die Zollanmeldung fehlte." Soll heißen: Die Tiere hätten nicht nach Deutschland eingeführt werden dürfen. Auf die Besitzerin könnten daher nun Bußgelder sowie Steuern zukommen. Sie könne sich gegenüber dem Zoll erklären, so Giersberg. Bleibt die Besitzerin bei ihrer Sicht der Dinge, müsse ein Gericht entscheiden.

Nicht nur der Zoll benennt Versäumnisse, auch das Veterinäramt sieht Verstöße. Zwar habe der Fahrer des Transporters einige Unterlagen vorgelegt, in diesen hätten aber die Empfänger sowie die Bestimmungsorte gefehlt. Bei einem Teil der Tiere habe es auch an Dokumenten zu klinischen Untersuchungen gemangelt. Weiterer Punkt: Die Welpen seien in zu kleinen Transportboxen unterwegs gewesen.

Als die erforderlichen Informationen nachgereicht wurden, gab das Veterinäramt die Tiere frei. So konnte Sarah Mitic diese kurz nach Weihnachten aus der Tierschutzstation Marienberg abholen. Dorthin hatte der Zoll die Welpen bringen lassen. Leiterin Ulrike Kreher ist froh, dass für sie die Angelegenheit beendet ist. Sie hatte vor Tagen dem Fahrer Vorwürfe gemacht: "Wie kann man Hunde unter solchen Bedingungen transportieren?" Die Welpen seien unterernährt. Auf Nachfrage hält Sarah Mitic dagegen: "Sie waren keineswegs unterernährt. Die Tiere hatten beim Transport genügend Wasser, Futter und auch Platz." Inzwischen relativiert Ulrike Kreher einen Teil ihrer Aussage: Die Tiere seien in einem recht guten Zustand und agil gewesen, sagt sie. Laura Bückmann - sie ist mit Sarah Mitic befreundet und setzte sich für eine Klärung der Angelegenheit ein - beteuert: Den Tieren habe es an nichts gefehlt. Sie sei mit einem Verein selbst im Tierschutz aktiv. Nach Aussage der beiden Frauen wurden die trächtigen Muttertiere in Bosnien, wo viele Straßenhunde leben, über den Zaun von Sarah Mitic Eltern geworfen. "Die ehemaligen Besitzer wussten, dass wir uns um sie kümmern", sagt Sarah Mitic.

Rund 1500 Euro habe sie bisher ausgegeben, darunter für das Tierheim und für Benzin, so Sarah Mitic. Zudem seien dem Fahrer in Reitzenhain 500 Euro abgenommen worden. Das Geld sei in Hinblick auf eine etwaige Strafe als Sicherheit hinterlegt worden, so der Zoll. Sarah Mitic will sich die 2000 Euro zurückholen: "Deshalb habe ich mir schon einen Anwalt genommen."


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