Zum 66. Geburtstag gibt's ein Treffen mit Louis Armstrong

Schon in seiner Kindheit war Christfried Siegert fasziniert vom Puppen-theater. Als Rentner ist der Großrückerswalder immer noch Fan der Marionetten - und erlebte nun dank einer Auktion der "Freien Presse" in Gelenau einen besonderen Höhepunkt im Kreis der Familie.

Gelenau.

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben bekanntlich an. Oder es führt einen zumindest zurück zum Beginn - so wie im Fall von Christfried Siegert, der anlässlich seines 66. Geburtstags einer Leidenschaft aus Kindheitstagen frönte. "Schon ganz früher habe ich mich immer auf Aufführungen des Puppentheaters gefreut", sagt der Großrückerswalder, der sich bei der "Freie Presse"-Auktion "Sachsen bietet" auf diese Leidenschaft besann. Indem er mit seiner Frau Maie-Luise für nur 150 Euro einen Varieté-Abend beim Gelenauer Marionettenspieler Frank Hübner ersteigerte, bereitete er sich selbst das wohl schönste Geburtstagsgeschenk.

Bis hin zu den Enkeln war die gesamte Familie dabei - und jeder der 14 Gäste genoss die Aufführung in vollen Zügen. "Beim Varieté ist ja auch für jede Generation etwas dabei", sagt Marie-Luise Siegert angesichts bekannter Künstler, die in Form von 60 Zentimeter großen Marionetten für gut eine Stunde ins Rampenlicht rückten. Sie selbst war von Louis Armstrong am meisten beeindruckt. "Da kann man sich richtig vorstellen, welchen Hype er in seiner Zeit ausgelöst hat", zeigt sich die Großrückerswalderin beeindruckt. Und zwar nicht nur von der Musik des weltberühmten Jazztrompeters, sondern auch von den Bewegungen, die dank der Fingerfertigkeit von Frank Hübner auch 48 Jahre nach Armstrongs Tod noch immer auf der kleinen Bühne in Gelenau zu erleben sind.

"Die Details sind der Wahnsinn", fand auch Christfried Siegert. Damit meinte er den Schwung in den Hüften von Louis Armstrong ebenso wie die Gestaltung der Marionetten, denen die Liebe zum Detail deutlich anzumerken ist. Dies galt ebenso für die Musiker von The Trashmen, die wieder einmal ihren Hit "Surfin' Bird" zum Besten gaben. Da blieb den Anwesenden gar nichts anderes übrig, als im Rhythmus der Musik die Füße zu bewegen. Nur in Sachen Text haperte es bei den jungen Zuschauern, die dafür bei anderen Darbietungen in ihrem Element waren. So fiel den Enkeln bei der waghalsigen Akrobatik des Bären auf, dass dieser eigentlich einen Helm hätte tragen müssen.

"Einen bleibenden Eindruck hinterlässt auch immer der kalte Bernd", sagt Frank Hübner. Selbst solch traurige Themen wie den Tod auf humoristische Weise darstellen zu können, ist eine Gabe des Gelenauers. Er liefert das beste Beispiel, dass es Marionettenspieler sehr gut verstehen, die Bühne immer weiter auszureizen. "Daher gibt es ja auch das Nachspiel, um zu zeigen, dass solche Künstler mehr können als nur die Arme und Beine der Puppen zu bewegen", so Hübner. An diesem Tag war der Austausch zwischen Marionettenspieler und Publikum besonders intensiv, denn es war ja eine ganz individuelle Veranstaltung - fernab von jedem Bühnenstück mit festem Drehbuch. Während Frank Hübner den Gästen einen Einblick in sein Handwerk gewährte und ihnen anschließend auch noch leckeres Essen servierte, brachte Familie Siegert ihre Leidenschaft für die Marionettenspiele zum Ausdruck. "Vor allem zu Weihnachten gehören solche Ausflüge mit den Enkeln immer dazu", sagt Marie-Luise Siegert. Genauso sei jedes Jahr im März der Besuch der Gelenauer Puppentheatertage ein Muss für die Großrückerswalder. Auch die 14. Auflage, die in fünf Monaten ansteht, haben sie schon fest im Visier. Und Frank Hübner verriet ihnen bereits, dass "Debbsch und Lebbsch" am 14. März mit ihrem Stück "Körperwelten 2" für eine der Hauptattraktionen sorgen werden. Ansonsten sei das vom 8. bis 15. März dauernde Programm allerdings "noch in der Entwicklung". Das sanierte Gelenauer Volkshaus wird dann eine große Kulisse bieten, wohingegen das Theater von Frank Hübner selbst eher klein und gemütlich daherkommt. Eine optimaler Ort für eine Familienveranstaltung, wie sie die Siegerts bei "Sachsen bietet" ersteigert haben. Bald geht's damit übrigens wieder los: Vom 8. bis 17. November heißt es auf www.freiepresse-auktion.de wieder: Mitbieten um die besten Angebote.

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