Zum Club hat jeder seinen eigenen Schlüssel

In Pobershau feiert ein Verein sein 20-Jähriges. Dessen Domizil war lange das zweite Zuhause seiner Mitglieder.

Pobershau.

Äußerlich hat sich in den vergangenen 20 Jahren am sogenannten Schießhäusl in Pobershau viel getan. Das Dach wurde neu gemacht, eine Sanitäranlage gebaut, der Stromanschluss verlegt. Ein Grillplatz, eine Terrasse und neue Schuppen wurden gebaut.

"Als wir vor 20 Jahren hier eingezogen sind, gab es nur ein Plumpsklo. Wir hatten keinen Wasser- und keinen Stromanschluss", sagt Thomas Wittig. Zusammen mit vier Freunden aus dem Ort suchten die Jugendlichen einen Platz, an dem sie sich regelmäßig treffen konnten. Die Dorfjugend durfte in das alte Schießhäusl an die Amtsseite-Dorfstraße ziehen. "Das Häuschen hatte schon immer diesen Namen, weil hier im Zweiten Weltkrieg Schießübungen stattfanden", sagt der 39-Jährige. Zu DDR-Zeiten und danach wurde es seiner Meinung nach hin und wieder für Diskos, Partys oder auch als Bandprobenraum genutzt.

"Wir haben mit wenigen Leuten angefangen und waren ruckzuck mehr als zehn Mann", so Thomas Wittig. Die Dorfjugend traf sich regelmäßig in ihrem neuen Vereinsdomizil, spielte bei Kerzenlicht Skat und baute zwischendurch immer an ihrem neuen Jugendclub, dem Schießhäusl. "Wir haben sehr viel Unterstützung vom damaligen Bürgermeister Christoph Kraus bekommen", sagt er. Auch heute erfährt der Club bei größeren baulichen Maßnahmen finanzielle Unterstützung seitens der Kommune.

"Man kann sagen, dass wir fast jeden Abend nach der Arbeit zuerst in den Jugendclub gegangen sind, bevor wir uns zu Hause zum Essen blicken lassen haben. Danach ging es gleich wieder in den Jugendclub", erzählt Thomas Wittig.

Heute finden die Treffen im Schießhäusl nicht mehr täglich statt. "Wir kommen vielleicht zweimal wöchentlich und natürlich am Wochenende zusammen", sagt der jetzige Vorsitzende Martin Kraus. Alle 15 Mitglieder im Alter von 18 bis 35 Jahren hätten einen eigenen Schlüssel, mit dem sie jederzeit den Jugendclub betreten könnten.

Außerdem gebe es für die Mitglieder eine Whats-App-Gruppe. Damit könnte man sich schnell und unkompliziert zu Treffen verabreden. "Es ist immer noch so, dass wir Skat oder Dart spielen", sagt Tino Wohlgemuth. Allerdings würde man sich auch hin und wieder zum Computer spielen im Jugendclub verabreden. "Am Wochenende besuchen uns auch Freunde und Bekannte. Manchmal grillen wir, wir mähen Rasen, bauen oder reparieren etwas am Haus oder sitzen einfach gemütlich auf der Terrasse", sagt Martin Kraus. Über neue Mitglieder ab 16 Jahren würden sich der Jugendclub sehr freuen. "Wir haben hier einen tollen Anlaufpunkt, einen Treffpunkt für junge Leute."

Diesen Samstagnachmittag findet im Rahmen des zweitägigen Jubiläumsfestes ein Teil für geladene Gäste statt. "Wir haben 60 ehemalige Mitglieder angeschrieben. Zu der Veranstaltung zeigen wir Fotos aus den vergangenen 20 Jahren", sagt Martin Kraus. Anekdoten, wie beispielsweise der zweiwöchige Kraftakt beim Herausziehen einer alten Baumwurzel oder das Osterbier-Verstecken, bei dem manchmal noch Monate oder auch Jahre später erst die Bierflaschen in den originellsten Verstecken gefunden werden, werden zum Besten gegeben.


Heute Kinderfest sowie Tanz für Jung und Alt

Der Geburtstag des Jugendclubs wird heute ab 14 Uhr im Festzelt unterhalb des Schießhäusls an der Amtsseite-Dorfstraße 39 in Pobershau gefeiert. Nach dem Kinderfest mit Hüpfburg, Zaubershow, Torwandschießen, Glücksrad, Kinderschminken, Kaffee und Kuchen (Eintritt frei) beginnt um 17.30 Uhr ein Festteil für geladene Gäste. Ab 20 Uhr ist Tanz für Jung und Alt mit Chamäleon (Eintritt 7 Euro).

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