Backhaus-Verein heizt wieder Ofen an

Das Fest des Bad Schlemaer Vereins zum 20. Jubiläum musste abgesagt werden. Das hat auch ein Loch in die Kasse gerissen.

Bad Schlema.

Der Duft von frisch gebackenem Brot und Kuchen hat zahlreiche Besucher am Samstag zum Backtag auf das Gelände des Backhauses nach Bad Schlema gezogen. Dort hat man nach Monaten der Zwangspause jetzt erstmalig wieder den Lehmbackofen angeheizt.

Normalerweise gibt es Anfang September immer das Backhausfest, doch auf den Festcharakter hat man bewusst verzichtet und sich rein aufs Backen konzentriert. Ein Punkt im Hygienekonzept: Kein Besucher durfte direkt ins Backhaus. Und so konnten Neugierige den Vereinsmitgliedern diesmal nur von außen durch die Fenster und Türen des Backhauses bei der Arbeit über die Schulter schauen. 16 Vereinsmitglieder halfen mit in der Backstube, am Ofen oder im Verkauf. Der Verein Backhaus Schlema kann auf ein 20-jähriges Bestehen zurückblicken. Das Gründungsdatum ist der 14. Juni 2000. "Für uns ist es ein besonderes Jahr", sagt Vereinschef Jens Müller, der stolz darauf ist, dass es das Backhaus nach so langer Zeit noch gibt: "Wir pflegen die Tradition des Brotbackens in einem altdeutschen Lehmbackofen, der rein mit Holz befeuert wird. Es werden richtige Sauerteigbrote gebacken und der Teig wird selbst angerührt." Um einen Backtag, wie den am Samstag durchzuführen, bedarf es tagelanger Vorbereitungen, denn schon allein der Ofen muss vorgeheizt werden. Am Backtag selbst geht es frühmorgens 4 Uhr los, damit gegen 10 Uhr die ersten Backwaren fertig sind.

Der Verein zählt aktuell 34 Mitglieder, die nicht nur aus Bad Schlema kommen, sondern aus der gesamten Region. Angefangen hat man einst mit sieben Leuten. Was die Hobbybäcker verbindet, ist die Liebe zum Backen und zum frischen Brot. Auch in schwierigen Zeiten wie jetzt, hält die Gemeinschaft zusammen.

Die Planungen zum Vereinsjubiläum sind der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Die Festlichkeiten und auch einige andere Höhepunkte, die man sich übers Jahr vorgenommen hatte, mussten abgesagt werden. Zudem habe der Verein mit dem Wegfall der Veranstaltungen Umsätze eingebüßt. "Wir haben Betriebskosten, wie jeder private Haushalt auch. Wir hatten Reserven, die aber schnell aufgebraucht waren", sagt Jens Müller dazu. Der Verein musste Fremdmittel in Anspruch nehmen, um die Fixkosten decken zu können. Mit dem Backtag jetzt hat man sich in der Öffentlichkeit zurückgemeldet und das helfe dabei, wieder Einnahmen zu generieren.

Der Backtag soll nicht die einzige Aktivität im restlichen Jahr sein. Laut Jens Müller wird zur Museumsnacht am 2. Oktober und auch zum Tag des traditionellen Handwerks am 18. Oktober nochmal gebacken.

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.