Besuch aus Südamerika überrascht Carlsfelder

Diesmal hatte er nur einige Stunden fürs Erzgebirge. Der Bürgermeister des brasilianischen Pomerode versprach aber, wiederzukommen - dann mit einer offiziellen Delegation.

Carlsfeld.

Einen Eintrag in portugiesischer Sprache hat seit dem gestrigen Freitag das Gebets- und Erinnerungsbuch in der Carlsfelder Trinitatiskirche. Ercio Kriek, der Bürgermeister der brasilianischen Stadt Pomerode, hat dort sinngemäß hineingeschrieben: "Es ist sehr gut, dass wir jetzt Kontakt haben mit Leuten in einem Land, aus dem unsere Urgroßeltern stammen. Wir freuen uns, mehr über die deutsche Kultur lernen zu können."

Die heute 33.000 Einwohner zählende Stadt Pomerode wurde Ende des 19. Jahrhunderts von pommerschen Siedlern gegründet. Dort findet in jedem Jahr das Festa pomerana statt, und in diesem Jahr im Januar war das Bandonionorchester Carlsfeld dahin eingeladen worden. 24 Vereinsmitglieder und der Bürgermeister von Eibenstock, Uwe Staab (CDU), waren nach Brasilien gereist und hatten unter anderem an einem Festumzug teilgenommen. Schon bei dem Besuch in Pomerode hatte Bürgermeister Ercio Kriek den Gegenbesuch in Eibenstock beziehungsweise in Carlsfeld versprochen. Dass es jetzt so schnell ging, überraschte dann doch und hat damit zu tun, dass der Bürgermeister von Pomerode und zwei weitere Amtskollegen aus Brusque und Guabiruba an einem Fachkongress in Karlsruhe teilnehmen, bei dem es unter anderem um nachhaltiges Bauen geht. Ein Beispiel dafür sind Fachwerkbauten, die in Pomerode sehr verbreitet sind.


Im Erzgebirge ist Ercio Kriek das erste Mal. "Mir gefallen die Landschaft und die sehr ordentlichen Häuser und Grundstücke", sagte er bei seinem gestrigen Besuch in Carlsfeld. Begrüßt wurde er von Ortsvorsteher Christoph Beetz, von Oliver Ternick, dem stellvertretenden Bürgermeister, und von Mirko Sauerbaum vom Bandonionorchester Carlsfeld. Weil die Stippvisite so kurzfristig anberaumt worden war, traf der Gast aus Brasilien nicht Robert Wallschläger an, über dessen Bandonionwerkstatt der Kontakt zu Brasilien zustande gekommen war, und auch nicht den Eibenstocker Bürgermeister. Beide sind im Urlaub. Kriek kündigte an, nächstes Jahr im Oktober mit einer 30-köpfigen Delegation nach Eibenstock und Carlsfeld kommen zu wollen. Die Vorbereitungen dazu laufen.

Unterdessen will man in Pomerode fleißig das Bandonionspielen lernen. Auch der Bürgermeister hat sich das vorgenommen, schließlich hat ihm Robert Wallschläger so ein Instrument geschenkt. Wie gut das klingen kann, demonstrierten am Freitag in der Carlsfelder Kirche Nick Weidlich, Marie Sophie Gläntz und Hanna Sauerbaum. Nick und Hanna waren im Januar mitgereist. "Meine Erinnerungen an die Reise sind mit guter Stimmung, schönem Wetter und der Herzlichkeit unserer Gastgeber verbunden", erzählt Nick. Wenn es die Möglichkeit gäbe, würde der 17-Jährige gern wieder mit dem Orchester nach Brasilien reisen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...