Das Tischgeheimnis

Mehrfach ist die Klöppelschule in der Stadt umgezogen

Unzählige kleine Füße - ob in Winterstiefel oder Sandalen verpackt - wurden schon auf den Fußstreben unter den massiven Klöppeltischen abgestellt. Meist unbewusst.

Wenn die drei großen, langen Tische aus der Klöppelschule Schwarzenberg reden könnten ... Nicht auszudenken! An ihnen sitzend wurde sicher nicht nur "sittsam" und emsig geklöppelt. Auf ihren Tischplatten wurden auch Entwürfe gezeichnet, an ihnen wurde getuschelt, gekichert oder geweint. Doch das eigentliche Geheimnis der Tische - und weshalb sie bislang nie erneuert wurden - ist ihr Rand.

Sascha Aurich

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Denn dieser angesetzte, etwas erhobene Rand verhindert, dass beim Straffziehen der Fäden fürs perfekte Ausklöppeln des Musters, der Tischständer der Klöpplerin nicht auf den Schoß rutscht. Genau das verhindert die kleine Kante. Genau aus diesem Grund wurden die Tische im Jahr 1940 eigens für die Klöppelschule Schwarzenberg angefertigt. Von wem, ist leider nicht überliefert. Aber Fakt ist, diese Tische haben alle Umzüge mitgemacht. Bis heute bieten sie den Mädchen und Frauen der Kurse ausreichend Platz zur Ablage von Klöppelutensilien. Davon gibt es heute alles, was zur Gestaltung moderner Spitzen denkbar ist. Was zu DDR-Zeit zur heiß gehandelte Bückware zählte, gibt es nun in breiter Auswahl - von Klöppeln über Garne bis hin zu Musterbriefen.

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