Ein Blitz, ein Knall - und mittendrin Stefanie Hertel

Eine Explosion hat am Wochenende das Kulturzentrum "Goldne Sonne" erschüttert. Doch keine Sorge: Es war Teil eines ganz besonderen Konzerts.

Schneeberg.

Das hätte böse ausgehen können. Doch die Explosion mit Blitz auf der Bühne der "Goldnen Sonne" in Schneeberg war dramaturgisch so geschickt platziert, dass sie keiner im Publikum trotz der Lautstärke ernst nahm. Wäre die Detonation in dem Kulturzentum echt gewesen, hätten die stimmungsgeladenen Schneeberger trotzdem amüsiert Beifall geklatscht. Und das bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Feuerwehr.

Was war passiert? Eberhard und Stefanie Hertel lasen am Samstagnachmittag am Tisch sitzend zwischen den Musiken stückchenweise eine Geschichte vor. Nach einiger Lesezeit fahren Bergleute zur Mettenschicht ein, aber man munkelt, im Bergwerk gebe es Sicherheitsmängel. Nach dem nervenpeitschenden Hit-Kracher "Eine Muh, eine Mäh" war erst mal erholsame Konzertpause. Im zweiten Teil fragte Stefanie Hertel dann: "Wart ihr da in Schneeberch a alle schie artig?" Die Schneeberger bestätigten das. Irgendein böser Berggeist hatte das wohl sofort als kollektive Lüge entlarvt, denn da blitzte und krachte es martialisch. Der Sicherheitsmangel war hochgegangen, zwei Bergleute eingeschlossen.

Die Eingeschlossenen - Hannes und Georg - erzählen sich ihre Lebensgeschichte, und zuletzt wird alles wunderbar gut.

Das passt zu Stefanie Hertel, denn sie ist ein Mensch, der hilft, wo er kann. Und das strahlt sie auch aus. Eine heile Welt, auch das verkörpert sie. Der Star aus Chiemgau sorgte mit ihrer Musikshow in Schneeberg für kuschelige Stimmung. Stefanie Hertels Vater, der Volksmusik-Star Eberhard Hertel, und Stefanies Mann, der österreichische Sänger, Komponist und Gitarrist Lanny Lanner, sangen mit.

Begonnen hatte das Programm mit der übersüßten Zuckerbäcker-Musik zum Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", mit viel silbrigem Glöckchengeriesel, gespielt instrumental nur von der Band. Da passte das wehmütige Duett über das Weihnachten, "wie's früher war".

Stefanie Hertel sang ein sehr schönes "Ave Maria". Ein stilles Zither-Solo erfreute besonders, aber noch mehr der Steigermarsch, denn da durften alle die vielen Musikfreunde selber tätig werden und mitklatschen. Passend zur Explosion sangen Stefanie und Eberhard "Ihr Leitle, freit eich alle!"

Seit dem Konzert weiß man es: Der Schneeberger ist, historisch bedingt, explosionsfest.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...