Eine Lesung mit Witz

Max-Walter ist noch keine zwanzig Jahre alt, fabuliert aber schon von den Tücken des Alltags und vom Sinn des Lebens.

Schwarzenberg.

Während der eine sein Publikum mit sanften Klavierklängen verzaubert, entlockt ein anderer seinen Zuhörern mit geschliffenen Pointen ein Lachen. Doch lassen sich Charme, Humor und Ernsthaftigkeit auch vereinen? Diese Frage muss sich der gebürtige Freiberger Max-Walter Weise gestellt haben, als er sein Lesekabarett "Von WGen" konzipierte.

Dieses stellte er in dieser Woche in der Aula des Bertolt-Brecht-Gymnasiums Schwarzenberg vor und bewies so, dass eine Lesung ganz und gar nicht öde sein muss.

Der heute in Stuttgart lebende Kabarettist unterhielt sein Publikum mit Liedern und Erzählungen aus einem breit gefächerten Themenspektrum. Neben amüsanten Geschichten über die Mathematik, das stundenlange Warten im Stau oder das Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft (WG) schnitt Max-Walter Weise auch ernsthafte Themen wie den Werteverfall in der Gesellschaft oder das Streben nach einer nicht existenten Perfektion an.

Doch auch jener, der nicht etwa in einer WG lebt oder häufig von Freiberg nach Stuttgart pendelt, konnte sich in Weises Erzählungen wiederfinden. Ganz gleich, ob die typischen Ja-Sager des Berufsalltages oder Beziehungsprobleme ins Kreuzfeuer genommen wurden - gewisse Parallelen konnte jeder Zuschauer entdecken.

Für den gelungenen Wechsel zwischen Witz und Tiefgründigkeit sowie die Einbindung des Publikums wurde Max-Walter Weise am Ende seiner Vorstellung mit tosendem Beifall belohnt. Die Veranstaltung, die vom Geschäftsführer der Volkssolidarität Westerzgebirge, Béla Ullmann, organisiert sowie vom Förderverein des Gymnasiums unterstützt wurde, erwies sich so als voller Erfolg. Ullmann ist selbst bekennender Fan von Weise und stellt fest, dass der 19-Jährige Tatsachen des Alltags darlegt, die manch anderem gewiss erst nach fünfzig Jahren Lebenserfahrung bewusst werden.

Auch die Zuschauerin Helena Lang fand Gefallen am Lesekabarett: "Es war sehr erfrischend, denn es gab viele Dinge, die mich zum Nachdenken angeregt haben - sowohl Politisches als auch Mathematisches. Ich habe mich sehr gut amüsiert."

Weise, der sein aktuelles Bühnenprogramm selbst als "eine feuchtfröhliche Fahrt durch die Gefühle" betitelt, übt nicht nur Kritik am großen Ganzen, sondern beschäftigt sich auch mit kleinen Sorgen und wirkt gerade dadurch authentisch.

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