Flexible Lösungen für Schulabgänger gefragt

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Erzgebirge ist gut. Selbst die Vergütung kann sich sehen lassen - das zeigte sich zur Ausbildungsmesse in Aue.

Aue-Bad Schlema.

Berufskraftfahrer, Büromanagement und KFZ-Mechatroniker - der Regionalverkehr Erzgebirge (RVE) hat einige Ausbildungsberufe zu bieten. Auf der Ausbildungsmesse Erzgebirge in Aue rührte dafür Steffen Simon, Leiter Aus- und Weiterbildung, die Werbetrommel.

"Zwar hat uns die Politik Strecken weggenommen, doch wir benötigen Nachwuchs, weil viele ältere Kollegen bald das Rentenalter erreichen", sagt Simon. Arbeitsplätze müssten neu besetzt werden. Aber es gibt mehr Bewerber als Stellen und nur die besten erhalten ihre Chance. "Wer keine überzogenen Gehaltsvorstellungen hat, kann im Erzgebirge richtig Karriere machen und Geld verdienen", so Simon und erklärt: "5000 Euro allerdings sind utopisch." Fabrice Köhler aus Zschopau lässt sich zum Berufskraftfahrer ausbilden: "Das war schon immer mein Traum und jetzt wird er wahr", sagt der 17-Jährige, der die Chancen für junge Menschen in der Region als sehr gut einschätzt. "Von meinen Eltern weiß ich, dass es früher anders war. Jetzt werden ja überall Leute gesucht."

Hardy Kotsch, Geschäftsführer des gleichnamigen Metallveredlungsunternehmens in Schneeberg, erinnert sich noch gut an seine Jugend: "Meine Ausbildung zum Galvaniseur und auch meinen Meister habe ich noch in Nürnberg machen müssen." Im Erzgebirge habe es in den 90er Jahren kaum Möglichkeiten gegeben. Heute sei das anders: "Wir sollten uns alle bemühen, dass wir den Schulabgängern regional eine Bleibeperspektive geben. Die Abwanderung muss gestoppt werden." Im Ausbildungsbereich muss sich sein Unternehmen gar nicht verstecken. Lehrlinge werden überdurchschnittlich gut bezahlt. Im ersten Lehrjahr gibt es 830 Euro, im zweiten 910 und im dritten Ausbildungsjahr 1000 Euro. "Wir leben davon, dass wir gut bezahlen. Außerdem bieten wir attraktive Arbeitsbedingungen mit hochmodernen Beschichtungsanlagen", so Kotsch.

"Bei uns kann jeder Karriere machen", so Thomas Opp, Leiter Ausbildung bei Meleghy Automotive in Bernsbach. "Von Bewerbungen werden wir schon lange nicht mehr überflutet." "Es wird von Jahr zu Jahr weniger und auch die Qualität der Bewerber nimmt leider ab."

Nicole Strebe, Koordinatorin bei der Industrie- und Gewerbevereinigung Aue (IGA), ist der festen Überzeugung, dass längst alle Unternehmen begriffen haben, dass es flexible Lösungen braucht, um den Schulabgängern eine Perspektive zu geben. Für die 16-jährige Jasmin Heber aus Aue ist der Verdienst nicht entscheidend. "Wichtig ist, dass es Spaß macht und dass die Interessen stimmen", sagt sie. Für ihren Vater René, der sie zur Ausbildungsmesse begleitet hat, ist es zudem wichtig, dass eine Ausbildung Perspektiven für die Zukunft bietet.

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