Geld für neue Straßendecke vakant

In Langenberg werden derzeit neue Kanalrohre verlegt. Doch der Freistaat lässt seine Beteiligung am Bauprojekt noch offen.

Langenberg.

Die Elterleiner Straße in Richtung Langenberg ist im Moment voll gesperrt. Dort werden im Auftrage des Zweckverbands Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) neue Rohre verlegt. Denn auch in Langenberg sollen in den nächsten Wochen noch viele Grundstücke ans öffentliche Abwassernetz angeschlossen werden. In den meisten Fällen solcher Erschließungsmaßnahmen arbeiten der ZWW und die jeweilige Kommune eng zusammen. Das hat sich in der Vergangenheit für alle Beteiligten als zweckmäßig und kostensparend erwiesen. Heißt: Nachdem die Baufirmen die Straße einmal auf hatten, um neue Rohrleitungen zu verlegen, schloss sich meist gleich der grundhafte Ausbau der Straße an. Im Fall der Elterleiner Straße erweist sich das momentan allerdings als ein Problem.

Frank Tröger (Freie Wähler), Bürgermeister der Gemeinde Raschau-Markersbach, zu der auch der Ortsteil Langenberg gehört, erläuterte die aktuelle Situation im Gemeinderat. Denn der ZWW, so Tröger, werde nach Abschluss der Rohrverlegungen nur die Baubreite von gut 1.80 Meter wieder verschließen. Eine Straßendecke über die volle Straßenbreite von 3.60 Meter wird es auf diesen 400 Metern aus jetziger Sicht nicht geben. Dieses Straßenstück wurde seit der Wende noch nie saniert. Ihr Zustand fußt noch auf alten TGL-Normen. "Wir als Gemeinde können das nicht leisten. Es ist nicht unsere Straße. Wir werden schon mit dem vorgeschriebenen Straßenentwässerungsanteil in Höhe von 25 Prozent zu knabbern haben. Für das gesamte Bauvorhaben in Langenberg sind das insgesamt rund 500.000 Euro", sagt Tröger, der weiter auf die von Sachsens Ministerpräsident Kretschmer angekündigte besser finanzielle Ausstattung der Kommunen hofft.

"Wir als Zweckverband sind zwar Auftraggeber für den laufenden Bau, aber nicht verpflichtet und finanziell nicht in der Lage, anschließend den kompletten Straßenbau zu leisten. Das ist Sache der Kommunen. In diesem speziellen Fall aber eher Sache des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, da es sich um eine Kreisstraße handelt", sagt Frank Kippig, Geschäftsführer des ZWW.

Für Kreisstraßen - und erwähnter Bauabschnitt vom Klärwerk bis zur Einmündung Mühlberg ist Teil der K 9113 - zeichnet sich das Landesamt für Verkehr und Straßenbau (Lasuv) verantwortlich. Doch eine Zusage, dass der Baulastträger den abschließenden Straßenbau mitfinanziert, gebe es bisher nicht. Auf Nachfrage der "Freie Presse" heißt es dazu: "Es ist noch nicht entschieden, in welchem Umfang das Lasuv sich beteiligt." Was nicht heißt, dass sie es nicht tun.

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