Hilfe für kleinen Ulli: Buckelpiste soll verschwinden

Der Fahrstuhlschacht am Wohnhaus der Familie Müller steht. Der Nikolaus wird wohl erstmals mit dem Lift zum kranken Sohn hochfahren. Eine Baustelle bleibt noch: der Weg auf den Gleesberg.

Schneeberg.

Vieles hat sich seit der schlimmen Diagnose für Ulli Müller geändert. Inzwischen steht der Fahrstuhlschacht am Wohnhaus der Familie in Schneeberg. Der Lift soll es künftig ermöglichen, Ulli gefahrlos mit nach unten zu nehmen.

Unzählige Menschen aus der Region nehmen am Schicksal des zehnjährigen Jungen Anteil, der im Sommer 2017 die schlimme Diagnose Adrenale Leukodystrophie erhielt. Eine Krankheit, bei der die schützende Ummantelung der Nervenbahnen zerstört wird. Der Zehnjährige ist auf den Rollstuhl angewiesen. Das Haus, in dem er mit seinen Eltern wohnt, ist die Gaststätte auf dem Gleesberg in Schneeberg, wo der Köhlerturm steht. Ein beliebtes Ausflugziel.

Doch der Weg, der auf den Berg führt, ist in einem schlechten Zustand. Er gehört als Liegenschaft zur Willmar Schwabschen Heimstättenstiftung, die unweit vom Turm mit dem Gut Gleesberg ein Seniorenheim betreibt. "Wir wissen um den Zustand des Weges", sagt Wolfgang Wingendorf, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Vor allem die letzten gut 250 Meter bis ganz nach oben sind extrem ausgespült, uneben und eigentlich nur mit einem Jeep zu bewältigen. Im vergangenen Winter hat die Stadt Schneeberg den Müllers unproblematisch geholfen und sie beim Winterdienst unterstützt, obwohl das Grundstück auf Flur von Aue-Bad Schlema liegt. Die Grundstücksfragen sind also diffizil.

Fakt ist: Für Familie Müller und die zahlreichen Wanderer, die zur Gaststätte und zum Turm auf den Gleesberg gehen, ist die letzte Etappe am Berg äußerst beschwerlich. "Selbst manche Baufirmen, die jetzt über den Sommer den Fahrstuhl mit errichtet haben, hatten Bedenken, mit ihren beladenen Fahrzeugen aufzusetzen. Manche haben es abgelehnt", sagt Ullis Mutter, Silke Müller. Und sie kennt die Sorgen der Physiotherapeuten, die regelmäßig mit Ulli arbeiten, dazu aber erst einmal mit ihren Autos hoch auf den Berg müssen. "Aber laufen können sie auch nicht, das lässt ihr Zeitbudget gar nicht zu."

Wolfgang Wingendorf will helfen - und zwar durch einen Kompromiss. Schon nächste Woche soll es losgehen. "Wir können den Weg nicht grundhaft ausbauen, aber etwas anrichten. Das würde so um die 6000 Euro kosten", so Wingendorf, der schon mit der Bergsicherung gesprochen habe. 3000 Euro kann er sofort dafür zusichern.

Christian Winkler aus Schneeberg hat die Sache verfolgt und will gern helfen. Deshalb stiftet er den Erlös des diesjährigen Weihnachtskonzerts seiner "Rascher vom Knochen", das am 30. November, 16 Uhr in der Allerheiligenkirche Raschau erklingt, genau dafür. "Da muss man doch helfen", sagt er. Und Gabriele Lorenz, die Vorsitzende des bundesweiten Erzgebirgsvereins, unterstützt dies: "Ich würde mich freuen, wenn viele unserer Heimatfreunde eine Kleinigkeit dazu beitragen. Es ist ja irgendwie auch unser Turm."

Wer helfen möchte, der kann seine Spende aufs Konto des Erzgebirgsvereins, IBAN: DE 45 8705 4000 38184 06200 überweisen. Kennwort: Gleesberg/Köhlerturm.

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