Netzwerk Erzgesund vergibt Gütesiegel an fitte Firmen

Wer gute Mitarbeiter in seinem Unternehmen hat, möchte diese nicht missen. Die Zeiten, dass viele Bewerber vor der Tür stehen, sind vorbei. Es herrscht Fachkräftemangel. Ein Arbeitsumfeld, das nicht krank macht, ist da ein wichtiger Aspekt.

Aue/Schwarzenberg.

Das Netzwerk Erzgesund ist eine Projektinitiative der Industrie- und Gewerbevereinigung Aue (Iga), die sich seit ihrer Gründung im Mai 2017 gezielt um den Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements in Firmen der Region bemüht. Es geht um ein Arbeitsumfeld, das nicht krank macht, und Angebote, die die Gesundheit der Mitarbeiter stärken. Es gebe viele Möglichkeiten, die Firmenchefs haben, um betriebliche Gesundheitsfürsorge zu betreiben. Zu all diesen Themen und Möglichkeiten haben die Projektmitarbeiter von Erzgesund nicht nur zahlreiche Treffen, Vorträge und Veranstaltungen mit den Netzwerkpartnern initiiert und durchgeführt. Nun hat das Netzwerk auch Kriterien für ein Gütesiegel erarbeitet, für das sich Firmen aus der Region noch bis zum 13. August bewerben können.

Die Vergabe des Gütesiegels an Firmen, die ein solides betriebliches Gesundheitsmanagement für ihre Mitarbeiter vorweisen, ist somit ein folgerichtiger letzter Schritt. Das Siegel sei auf Wunsch der Netzwerkpartner entwickelt worden, heißt es.


Für die praktische Umsetzung haben die Mitarbeiter des Netzwerkes in den zurückliegenden Wochen und Monaten die wichtigsten Kriterien für die Vergabepraxis eines solchen Siegels erarbeitet und in einer Broschüre zusammengefasst. "Diese Broschüre ist eine wichtige Handreichung, um die Vergabe des Siegels kennenzulernen. Darin stellen wir alle Prüfbereiche vor", sagt Projektkoordinatorin Nicol Strebe. "Zudem haben wir festgestellt, dass viele kleine Firmen in der Region bereits sehr viel machen auf diesem Gebiet für ihre Mitarbeiter", betont Silvana Wallussek gegenüber "Freie Presse". Sie ist als Gesundheitswissenschaftlerin in das Netzwerk eingebunden. Als solche weiß sie aber auch, dass gerade die kleinen Firmen und Betriebe für das betriebliche Gesundheitsmanagement nicht noch einen Mitarbeiter "abordnen" können. "87 Prozent der Firmen in der Region haben nicht mehr als zehn Mitarbeiter", sagt sie.

Bewerben für das Qualitätssiegel könne sich dennoch jede Firma - sowohl kleine als auch große, wie auch öffentliche Einrichtungen. Dafür wurde ein Verfahren entwickelt, das unabhängig und möglichst objektiv die Qualität und Wirksamkeit des betrieblichen Gesundheitsmanagements in einem Unternehmen prüfen kann. Die Zertifizierung erfolge auf der Basis von drei Untersuchungsschritten: Zunächst geht es um die Selbsteinschätzung. Dazu wird ein Fragebogen ausgereicht. In einem zweiten Schritt muss eine bereits durchgeführte Maßnahme im Unternehmen präsentiert und dokumentiert werden, was dann von den Experten ausgewertet und bewertet wird. Und zum Abschluss findet im Unternehmen selbst noch ein Expertengespräch statt.

Unternehmen, die das Siegel erhalten, könnten damit natürlich gut für sich und um Fachkräfte werben. Besonderes Engagement in diesem Bereich strahle nach außen, was hilfreich für die Mitarbeitergewinnung sei. Das Siegel hat eine Gültigkeit von drei Jahren. Das Beantragen des Prüfverfahrens ist für Firmen kostenfrei. Die Bewerbungsunterlagen sind auf der Homepage des Netzwerks abrufbar. www.erzgesund.de

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