OB zu Streit um Neubau: Fronten sind verhärtet

Gesprächstermin mit Investor wackelt - Stadt will weiter verhandeln

Aue-Bad Schlema.

Der Streit um ein geplantes neues Wohn- und Geschäftshaus an der Kurpromenade in Bad Schlema geht weiter. Der Stadtrat von Aue-Bad Schlema hat in seiner jüngsten Sitzung nun dafür gestimmt, dass die Kommune erneut mit dem Investor verhandeln soll, um damit einer Petition gegen den Bau teilweise abzuhelfen. Einen ähnlich lautenden Vorschlag hatte zuletzt bereits der Stadtentwicklungsausschuss gefasst.

Während die Stadt auf Gespräche setzt - in der Hoffnung den Bau etwa zu schrumpfen oder an eine andere Stelle zu versetzen -, macht RTLL Lewerenz als Investor nun Druck und pocht auf den Kauf des anvisierten Grundstücks. In einem Brief an den Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU), der zu Stadtratssitzung verteilt wurde, schreibt der Firmenvorstand Gunter Lewerenz: Man erwarte "zu allererst die Einhaltung der uns gegenüber gegebenen Zusage." Und weiter: Einen Gesprächstermin am kommenden Montag lehne man ab, falls es nur darum gehe, an anderer Stelle zu bauen. OB Kohl dazu: "Die Fronten sind verhärtet."

Hintergrund des Streits: Die Gemeinde Bad Schlema war vor einigen Jahren auf den Investor zugegangen, um mit ihm gemeinsam die Bebauung im Zentrum zu realisieren. Doch als die Pläne 2019 einem größeren Publikum bekannt wurden, formierte sich unter Anwohnern Protest. Zu groß, zu wuchtig sei das Gebäude, so die Kritik. Mehr als 1000 Leute unterzeichnet letztlich eine Petition gegen den Bau. Seither sitzt die Stadt in der Zwickmühle und sucht nach einer Lösung - zum Ärger des Investors, der gern wie ursprünglich geplant bauen würde.

An anderer Stelle zu bauen, lehnte RTLL zuletzt ab. Über das Wie des Neubaus könne man hingegen sprechen, erklärte Lewerenz vor kurzem gegenüber "Freie Presse". Daran hält er weiter fest. Im Schreiben an den OB macht er aber auch deutlich: Findet sich keine Lösung und das Projekt scheitert, sehe man sich "leider gezwungen", "erhebliche Kosten für die Projektentwicklung" der Kommune zu berechnen.

Beatrice Meichßner (Freie Wähler) erklärte dazu im Stadtrat: "Ich verstehe, dass sich der Investor auf die Hinterbeine stellt." Schließlich sei er einst von der Gemeinde auf das Grundstück geholt worden. Jetzt gehe es aber darum, eine Lösung zu finden. Ähnlich äußerte sich Thomas Colditz (CDU): Man müsse nun einen Kompromiss finden. (juef)

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