Pläne für das Kloster locken Neugierige zu Info-Veranstaltung

Wie ein historisches Areal in Grünhain wieder zum Leben erweckt werden kann, war Thema am Tag der Städtebauförderung. Das Interesse war groß.

Grünhain.

Das alte Klosteramtsgebäude ist marode. Der Putz bröckelt, Türen sind kaputt oder fehlen. Es ist kühl in den beeindruckend großen, hohen Räumen im Erdgeschoss. Es braucht viel Fantasie, um die Pläne, die Bürgermeister Joachim Rudler mit dem Gebäude und dem Klostergelände in Grünhain hat, allumfänglich zu erfassen. Wer sich in das Vorhaben hineindenkt, ist schnell begeistert. Das zeigte sich zum Tag der Städtebauförderung: Gut 50 Interessierte kamen Samstag, um sich über die Pläne zu informieren.

Sie hörten in Vorträgen und bei Führungen, wie sich Rudler und seine Mitstreiter das Ganze vorstellen. Annerose Williger: "Ich bin froh, dass hier endlich etwas losgeht." Die Identität Grünhains sei schließlich da begründet. "Ich habe gehört, dass es wiederbelebt werden soll, und will sehen, wie realistisch das ist."


Den Wünschen nach Erläuterungen folgte der Bürgermeister gern - zum Vorhaben im Amtsgebäude, zu Plänen für zwei Neubauten für altersgerechtes Wohnen. "3000 Euro wird ein Quadratmeter sanierte Wohnfläche im Klostergebäude kosten", wagt der Stadtchef, der für die Pläne brennt, eine Prognose. "Das ist schon sehr viel Geld." Wer von einer 150-Quadratmeter-Wohnung träumt, muss also 450.000 Euro zahlen. Geworben wird mit einem Steuersparmodell. Weil es ein denkmalgeschütztes Gebäude ist, darf so eine Wohnung wohl innerhalb von zehn Jahren abgeschrieben werden - selbst bei Eigennutzung.

Wolfgang Blechschmidt wohnte einst im sogenannten Lang-Schuppen. "Da interessiert mich natürlich, was hier passiert", sagt der 80-jährige Wahl-Zwönitzer, der mit seiner Frau Margit zur Info-Veranstaltung kam. Da er sich im Elternverein krebskranker Kinder in Chemnitz engagiert, hätte er einen besonderen Vorschlag: "Es wäre schön, wenn hier zwei Wohnungen entstehen, die den betroffenen Familien zur Erholung zur Verfügung stehen." Das sei eine Überlegung wert, meinte der Bürgermeister, der sogar die Fischteiche wieder anstauen will, die es bis in die 1930er-Jahre gab.

Wer die Vorhaben unterstützen will, hat drei Möglichkeiten. Man kann einen Klosterbaustein erwerben. Der müsse eine Mindestgröße von 20.000 Euro haben, werde mit 3,5 Prozent verzinst. "Es gibt bereits Zusagen für 100.000 Euro", so Rudler. Die Bausteine sind auf insgesamt 400.000 Euro limitiert. Weitere Möglichkeit: Erwerb einer Eigentumswohnung, die nach individuellen Wünschen zugeschnitten werden kann. "Je nach Baufortschritt wird sie bezahlt", erklärt Jürgen Gaulke von der IP-Gruppe, die das Ganze in Grünhain umsetzen möchte. Dritte Variante, ins Klosterprojekt einzusteigen: Man kauft Anteile als stiller Gesellschafter. "Damit ist man dann schließlich auch am Gewinn beteiligt", verspricht der Bürgermeister.

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