Sanierter Herrenhof Erla soll am 7. November eingeweiht werden

Als Bestandteil der Bergbaulandschaft Rother Berg ist das Fachwerkensemble jetzt mit der Montanregion Erzgebirge Weltkulturerbe. Ein Nutzungskonzept gibt es - doch das Café und der Hofladen haben noch immer keine Betreiber.

Erla-Crandorf.

Mit dem Asphaltieren hat am Donnerstag der Endspurt bei den Bauarbeiten am Parkplatz neben dem Herrenhof in Erla begonnen. Bis Ende September, so die Erwartung der Stadtverwaltung Schwarzenberg, soll dann auch dieses Teilobjekt des Gesamtvorhabens fertig sein. Die Sanierung des denkmalgeschützten Herrenhofs - gefördert von der EU im Rahmen eines deutsch-tschechischen Projekts - erhielt durch die Anerkennung der Montanregion Erzgebirge als Weltkulturerbe noch höheren Stellenwert. "Es war ein erhebendes Erlebnis, bei der Übergabe der Urkunde in Freiberg gemeinsam mit der Knappschaft Schwarzenberg unsere Stadt zu vertreten", sagte Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU). Die offizielle Einweihung des Herrenhofs kündigte sie für 7. November an.

Für den dreiflügligen Fachwerkbau - Teil der zur Montanregion gehörenden Bergbaulandschaft Rother Berg - gibt es ein Nutzungskonzept. Im Nordflügel bezieht derzeit der Heimat- und Schulverein Erla-Crandorf sein neues Domizil. Die Mitglieder haben sich vorgenommen, das Lebenswerk des Heimat- und Mundartdichters Manfred Blechschmidt zu bewahren und auch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Vereinsvorsitzende Gisela Schmidt: "Wir haben schon Teile aus dem Zwischenlager geholt, darunter die Bauernküche. Am Wochenende kommt der auseinandergenommene Kachelofen dran." In der zweiten Oktoberwoche ist die Lieferung von Möbeln vorgesehen, die dank bewilligter Fördermittel gekauft werden können.

Das Obergeschoss im Ost- und im Südflügel ist zum Großteil vermietet. Der Herrenhofsaal und ein weiterer Raum im Obergeschoss sind als historisch besonders wertvoll klassifiziert worden. Als Zeugnisse der Baugeschichte finden sich Wandmalereien aus drei Fassungsphasen. Daher soll der Saal nicht vermietet, sondern nur für bestimmte Veranstaltungen durch den Betreiber, also die Stadt, genutzt werden.

Im Erdgeschoss wird derzeit die Exposition im größeren Ausstellungssaal vorbereitet. Das Konzept dafür haben Ortschafts- und Stadtrat bestätigt. Die Schau mit dem Titel "Vom ältesten Eisenhammer ins Moderne" wurde von der Firma Ö-Grafik konzipiert. Wesentliche Unterstützung erfuhr die Stadt durch Helmut Stehlik, Beauftragter des Eisenwerks Erla. Hiemer: "Wir gehen davon aus, dass diese Ausstellung spätestens ab 11. November der Öffentlichkeit gezeigt werden kann."

Wermutstropfen beim aktuellen Sachstand: Für das nach wie vor geplante Café und für den Hofladen gibt es noch keine Betreiber. "Wir würden uns sehr freuen, wenn sich demnächst ein Interessent mit spritzigen Ideen und mit Herzblut findet, der die gastronomische Versorgung übernimmt", sagte die Oberbürgermeisterin. Auch die Vereinsvorsitzende und Ortsvorsteherin Gisela Schmidt schlägt in diese Kerbe: "Ja, das ist eine echte Herausforderung. Aber vielleicht nutzt ja eine große Kette die damit verbundene Chance und richtet hier eine Filiale ein."

Noch offen ist auch das Installieren eines Spritzschutzes zwischen Fassade und Karlsbader Straße. "Die Umsetzung im Bereich des Fußweges ist kompliziert, hat sich darum verzögert", erklärte Bauamtsleiterin Sybille Vogel. "Wir hoffen aber, dass noch vor dem Winter dieser Spritzschutz angebracht wird, um danach die Fassade streichen zu können."

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