Start für Kläranlage und Abwassersystem

Die Entwässerung ist in Streusiedlungen ein großes Problem. In Waschleithe ist der Anschluss an eine zentrale Entsorgung jetzt möglich - und das für fast 60 Prozent der Einwohner.

Waschleithe.

Auf den entscheidenden Knopf im Schaltkasten haben Ortsvorsteher Matthias Schreier und Frank Kippig, Geschäftsführer des Zweckverbands Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW), gemeinsam gedrückt. Sie setzten damit am Donnerstagnachmittag aber nicht nur die Kläranlage im Ortszentrum offiziell in Gang. Damit ging zugleich ein mit viel Aufwand aufgebautes Abwassersystem in Betrieb.

"Mitte Mai 2016 haben wir in einer Anwohnerversammlung erstmals das Ortsentwässerungskonzept für Waschleithe vorgestellt. Da war das Interesse noch eher verhalten", sagte Kippig rückblickend. "Ein Jahr später gingen die Bauarbeiten los. Und jetzt haben wir einen Stand erreicht, der fast 60 Prozent der Einwohner von Waschleihe den Anschluss ihres Hauses oder Grundstücks an die zentrale Abwasserentsorgung ermöglicht." Ortsvorsteher Schreier erinnerte an Ideen aus den 1990er-Jahren, als noch von einem gigantischen Abwasserkanal die Rede war, dessen Inhalt sogar über den Berg am Wasserwerk St. Katharina gepumpt werden sollte. Die daraus entstandenen Vorbehalte, dass eine zentrale Entsorgung für den Einzelnen viel zu teuer werde, hielten sich lange. Das, was jetzt entstanden ist, löste auch Fragen aus, zumal nicht alle entlegenen Grundstücke angeschlossen werden können. Aber das Ergebnis ist ein wirtschaftlich vertretbarer Kompromiss, mit dem die meisten Waschleither wohl gut leben können. "Wir sind froh darüber, dass wir ein zentrales Abwassernetz bekommen haben", so Schreier.


Einwohner, Besucher und Passanten, Ver- und Entsorger mussten seit Anfang Mai 2017 mit vielen Erschwernissen in der Ortslage zurechtkommen. In Etappen wurden 1860 Meter Schmutzwasserkanal, 952 Meter Regenwasserkanal und 505 Meter Trinkwasserleitung in der Talstraße, in der Beierfelder Straße und im Mühlberg gebaut, dazu die Gruppenkläranlage, die ein Vorklärbecken hat und mit Scheibentauchkörpern arbeitet. Einschließlich der Arbeiten an der Trinkwasserleitung liegen die angefallenen Kosten laut ZWW bei 2,3 Millionen Euro.

Gegenüber dem ursprünglich für Waschleithe vorgesehenen Konzept zur Abwasserbeseitigung konnten auf dem Mühlberg und auf Teilen der Hinterdorfer Straße zusätzliche Grundstücke abwassertechnisch erschlossen werden. Ist der Vollausbau erreicht, sind laut Frank Kippig 90 der 167 Grundstücke in Waschleithe an die Kläranlage angeschlossen. "Der größte Teil der Hausanschlüsse ist bereits um- oder angebunden, einige Anwohner konnten diese Arbeiten kaum erwarten."

Fünf regionale Baufirmen waren in das Verwirklichen des Gesamtprojekts eingebunden. "Sie haben gute Arbeit geleistet, zum Teil ja mitten im Ort, wo aus den Fenstern so mancher ,Bauleiter' Hinweise gab", sagte mit einem Augenzwinkern der ZWW-Vorsitzende Joachim Rudler, Bürgermeister der Stadt Grünhain-Beierfeld, zu der Waschleithe als Ortsteil gehört. "Bei den Bauberatungen konnte viel geklärt werden, einiges auf kurzem Weg gleich mit der Baufirma in ihrem Abschnitt", gab Ortsvorsteher Schreier eine Erfahrung von Anwohnern wider. Einige kamen auch zur Einweihung.

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