Anzahl der Arbeitslosen sinkt auf Rekordtief

Erstmals seit der Wende gibt es im Erzgebirgskreis weniger als 7000 Arbeits-lose. Doch noch immer arbeiten etwa 2640 Beschäftigte in Kurzzeit.

Annaberg-Buchholz.

Der Arbeitsmarkt im Erzgebirgskreis ist auch im zu Ende gegangenen Monat November stabil geblieben, konstatiert Nino Sciretta, Chef der Agentur für Arbeit in Annaberg-Buchholz. Es sei aber eine nachlassende Dynamik zu spüren. "Die Unternehmen sind zögerlich bei der Einstellung neuer Arbeitskräfte, halten stattdessen an ihrer Stammbelegschaft fest", erläutert er. Dennoch ist die Anzahl der Arbeitslosen im November erstmals unter die 7000 gesunken: Laut aktueller Statistik waren zum Monatsende 6871 Menschen im Erzgebirgskreis ohne Arbeit. Das sind 253 weniger als vor vier Wochen, 544 weniger als vor einem Jahr. Die Quote ist damit auf vier Prozent gesunken - von 4,1 Prozent im Oktober.

"Die Arbeitslosigkeit hat sich innerhalb der vergangenen fünf Jahre mehr als halbiert", so Sciretta. Davon profitierten nahezu alle Personengruppen. Jedoch spielt in dieser Statistik das Kurzarbeitergeld eine entlastende Rolle: Aktuell haben demnach 78 Betriebe in der Region für etwa 2640 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit in Annaberg-Buchholz angezeigt.

"Gegenüber dem ersten Halbjahr haben sich diese Anzeigen damit um rund 200 Prozent erhöht", so der Agenturchef. Viele Unternehmen nutzten aber die Zeit, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu qualifizieren. So haben im November 620 Beschäftigte an einer Weiterbildung teilgenommen. Damit liegt dieser Wert deutlich über dem Vormonats- und dem Vorjahresniveau.

Der Blick in den Geschäftsstellen offenbart wieder ein differenziertes Bild: So hat sich die Geschäftsstelle Stollberg im November wieder die alleinige Spitzenposition im Erzgebirgskreis erobert. Mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent liegt der Regionalbereich vor den beiden Geschäftsstellen Zschopau mit 3,5 Prozent und Marienberg mit 3,8 Prozent. Die Geschäftsstelle Annaberg-Buchholz folgt mit deutlichem Abstand und einer Quote von 4,2 Prozent. Neu ist, dass sich die Region Aue vor Schwarzenberg schiebt und damit nicht mehr Schlusslicht im Agenturbezirk ist. Die Auer Quote liegt bei 4,3, die Schwarzenberger bei 4,5 Prozent.

Nach wie vor hoch ist der Bestand an offenen Stellen - auch wenn er im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. So gibt es aktuell im Erzgebirge 2658 unbesetzte Arbeitsplätze, im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 2961. Im November waren 391 Stellen neu dazugekommen. Das sind 63 weniger als vor vier Wochen.

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