Bauernhof bietet Einblick in Dorfhistorie

Unter dem Motto "Tradition und Gegenwart" hat Beutha am Wochenende innerhalb des traditionellen Dorf- und Sportfestes seine Ersterwähnung vor 675 Jahren gefeiert. Für Landwirt Andreas Korb war das eine besondere Herausforderung.

Beutha.

Die etwa 50 Kühe standen noch auf der Weide, als Andreas Korb und seine Familie am Samstag 14 Uhr ihren Bauernhof fürs Publikum öffneten. Alles andere war bereit: Auf der Wiese zwischen Sportplatz und Gehöft war eine Technikschau mit historischen Geräten von Ackeregge und Grubber, von Kartoffelroder bis Trecker aufgebaut. In der Garage warteten mehrere Bleche mit hausgebackenem Kuchen. Eine Kuhattrappe war vorbereitet, an der Besucher ihre Fähigkeit zum Melken testen konnten.

"So etwas haben wir in dieser Form noch nie gemacht. Und wir könnten das auch nicht ohne die Unterstützung aus dem Dorf und vom Sportverein", räumt Landwirt Andreas Korb ein. Anlässlich der Ersterwähnung von Beutha vor 675 Jahren haben sich die Veranstalter des traditionellen Dorf- und Sportfestes besonders ins Zeug gelegt. Neben Musik, Kindertheater, Männerkulturgruppe und sportlichen Wettkämpfen wurde die Handwerkskunst vergangener Zeiten in den Mittelpunkt gerückt. Unter Anleitung der Zimmerer Sebastian Wohler und Felix Vogel konnten die Gäste zur Behauaxt greifen, um aus einem Baumstamm einen Balken zu schlagen. "Diese Behauaxt für Rechtshänder haben mir die Großeltern zum Gesellenbrief geschenkt", verrät Wohler zu dem ungewöhnlichen, asymmetrischen Werkzeug. Einige Meter weiter zeigt der Stellmacher Peter Piela den Einsatz von Holz bei historischen Autos und Kutschen. Zwischen Imker, Klöpplerin und Töpferin hat Sabine Kunz ein altes Spinnrad aufgebaut. "Ich zeige das hier zum ersten Mal, muss auch noch üben", bekennt die Volleyballerin des örtlichen Sportvereins und ergänzt: "Schön, dass sich so viele vom Dorf einbringen." Tatsächlich bietet die Vielfalt von Mittelaltermarkt bis zum Beschlagen von Pferden für jeden etwas.


Die Kühe von Andreas Korb sind inzwischen in den Stall getrieben worden. Nicht wegen des Festes, sondern weil sie turnusmäßig gemolken werden müssen. Paarweise werden sie zur Melkmaschine geführt. Auch dabei können die Besucher zuschauen, während der 16 Jahre alte Hofhund ausnahmsweise an die Kette gelegt wird. "Sonst läuft er hier frei herum, aber manche Leute haben ja Angst vor Hunden", erklärt Korb, der in dem inzwischen bunten Treiben von seiner Frau Heidrun, Sohn Daniel und Schwiegertochter Sindy unterstützt wird.

Dicht umlagert ist auf dem Hof der Stand der Mobilen Käserei Achim Uhl aus Oberdorf. Unter Anleitung von Beate Uhl können Besucher hier ihren eigenen Mozzarella herstellen. Allerdings ist etwas Geduld erforderlich: "Ein Durchgang dauert etwa eine Stunde", so Uhl. Weder große noch kleine Besucher schreckt das ab. Viele freuen sich über die Möglichkeit, einen Blick in den kleinen Landwirtschaftsbetrieb zu werfen. "Selbst wenn man im Ort wohnt, kommt man sonst nicht unbedingt auf den Bauernhof. Mein Sohn Jonah ist ganz verrückt nach den Traktoren in der Technikschau", so Sandy Scheinpflug, die beim Fest für die Modenschau zuständig war. Auch wenn die 60 Hektar des Bauernhofes zu DDR-Zeiten von der LPG bewirtschaftet wurden und sich erst seit 1991 wieder in Privathand befinden, verdeutlicht Andreas Korb, dass man auf seiner Scholle die echte Historie von Beutha atmen kann: "Die älteste Urkunde über den Familienbesitz unseres Gutes stammt aus der 1540er-Jahren."

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