Bewegender Abschied von Jörg Decker

Der Lugauer Musikschulchef war bei einer Wanderung auf La Palma ums Leben gekommen.

Lugau.

Ein Meer von Blumen, Gestecken, Kränzen - und Musik aus eigener Feder. Ein langer Strom von Menschen wohnte am Freitag der bewegenden Urnenbeisetzung von Jörg Decker auf dem Lugauer Friedhof bei. Der Musikschulbesitzer war Ende Oktober, kurz vor seinem 60. Geburtstag, auf La Palma durch Steinschlag ums Leben gekommen.

Die Bestürzung in und um Lugau war und ist groß. Bei der Familie trafen in den vergangenen Tagen hunderte Beileidsbekundungen ein. Die Stadt Lugau schrieb in ihrem Anzeiger: "Wir haben ein musikalisches Multitalent verloren, einen besonderen Menschen." Unter den Trauergästen auch Bürgermeister Thomas Weikert. Er sicherte der Musikschule auch künftig Hilfe zu. Und eine positive Botschaft machte die Runde: Die Musikschule soll weitergeführt werden.

Schon mit Sechs lernte Jörg Decker Klavier, mit Zwölf bekam er eine Gitarre. Später spielte er dann Blues und Rock, gründete eigene Bands wie "Meilenstein" und "Pusteblume". Zunächst erlernte er den Beruf eines Werkzeugmachers, nahm jedoch später ein Studium am Musikkonservatorium in Zwickau auf.

Als ausgebildeter Musiklehrer legte er den Grundstock für seine Musikschule. Seit 1990 haben hier hunderte Schüler Musikinstrumente erlernt. Ein weiteres Markenzeichen: das Karolini-Mitmachtheater. Gemeinsam mit Ehefrau Karola hat er dafür komponiert und gedichtet, Kostüme genäht und Kulissen gebastelt und damit bei etwa 5000 Auftritten weit über Sachsen hinaus Kinder erfreut. Zudem wurde so manche Familienfeier durch seinen Auftritt als Lindenberg-Double gekrönt. (alu)

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