Borkenkäfer und ein schneller Entschluss

Die Fällung einer Vielzahl von Bäumen hat in Hohndorf für Aufregung gesorgt. Um die Wogen zu glätten, gab es kurzfristig eine Zusammenkunft. Der Kern der dortigen Aussage: Die Kiefern waren krank.

Hohndorf.

Die Konstellation war ungünstig und hat auch sofort für Aufregung gesorgt: Nur wenige Monate, nachdem ein Waldstück an der Hohndorfer "Walderholung" den Besitzer gewechselt hat, rückte jetzt schweres Gerät an und wurde eine Vielzahl von Bäumen gefällt. Hohndorfer sprechen von 30 Bäumen, die gesund waren. Aber, so betonte es Bürgermeister Matthias Groschwitz am gestrigen Montag, das war nicht der Fall. "In der Walderholung ist ein großer Kiefernbestand vom Borkenkäfer befallen", erklärt er.

Wer aufmerksam geschaut habe, konnte abgestorbene Bäume und auch welche ohne Krone entdecken. Forstmitarbeiter hätten bei scheinbar gesunden Bäumen Rinde entfernt, und auch dort habe man Käferspuren gefunden. Das sei schon im Vorjahr bekannt gewesen, aber der damalige Eigentümer habe nichts unternommen. Obwohl die Gesetzeslage klar sei: "Wenn Käfer im Bestand sind, muss liquidiert werden."

Im konkreten Fall allerdings kam es wohl vor allem deshalb zur Aufregung, weil die Baumfällung vorab nicht kommuniziert worden war. Der Eigentümer Rüdiger School, Geschäftsführer der Saxony International School "Carl Hahn", habe den Gemeinderat nach dem Kauf des Waldstücks zwar über seine Pläne generell informiert - entstehen sollen ein Schulungszentrum und eine Aufenthaltsmöglichkeit für bis zu zwei Schulklassen. Von der jetzt bevorstehenden Fällung habe man aber im Rathaus nichts gewusst, sagte Groschwitz. Zu der sei es wohl recht kurzfristig gekommen. Weil sowohl bei Groschwitz als auch bei School empörte Anfragen eingingen, gab es am Samstagvormittag eine Vor-Ort-Zusammenkunft mit gut 30 Leuten, bei der Groschwitz und auch School zugegen waren. Dort habe man über den Borkenkäferbefall berichtet und, so sagte es Geschäftsführer School am Montag gegenüber "Freie Presse", die Wogen glätten können. Auch im kommenden Gemeindespiegel werde eine Erklärung von ihm erscheinen.

Die Mutmaßung mancher Hohndorfer, die Bäume hätten dem neuen Eigentümer für sein geplantes Projekt im Weg gestanden, sei falsch, so School. Dafür sei lediglich die Fällung von "ein paar wenigen" notwendig gewesen. Im Gegenteil, er habe gehofft, von den jetzt gefällten Kiefern einige erhalten zu können, aber ein Fachmann habe ihm gezeigt, wie auch diese schon unter der Rinde befallen waren. "Von den Bäumen ging Gefahr aus." School sicherte eine Ersatzaufforstung zu.

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