Bürgerbüro in Gornsdorf wird zur zentralen Anlaufstelle

In der ehemaligen Sparkasse werden alle Dienstleistungen für Einwohner konzentriert. Doch das ist nur ein Element einer umfassenden Verwaltungsreform.

Gornsdorf/Burkhardsdorf.

Die Buslinie 190 hält tagsüber halbstündig an der Gemeindeverwaltung, zudem sind Parkplätze vorhanden. Das nutzt die Verwaltung nun und öffnet sich für die Bürger. Ein zentrales Bürgerbüro für Auerbach, Burkhardtsdorf und Gornsdorf ist geplant. Ab Mai können die Einwohner der Verwaltungsgemeinschaft ihre Amtsangelegenheiten in der ehemaligen Sparkasse in Gornsdorf erledigen - barrierefrei und zu bürgerfreundlichen Öffnungszeiten. Ob An-, Um- oder Abmeldungen, ein neuer Personalausweis oder Beurkundungen von Eheschließungen, Geburten oder Sterbefällen - um all diese Anliegen, die eine persönliche Vorsprache verlangen, wird sich ein fünfköpfiges Team kümmern. Bürgermeister und Verwaltungschef Thomas Probst hofft, dass Schließzeiten wegen Urlaubs oder Krankheit künftig so vermieden werden können.

Nach der Konzentration der bürgernahen Dienstleistungen in Gornsdorf werden diese Abteilungen in den Rathäusern der einzelnen Kommunen geschlossen. Viele Serviceleistungen - wie Erteilung von Meldebescheinigungen, Erteilung von Wahlscheinen, Kirchenaustrittserklärungen und vieles mehr - benötigen kein persönliches Erscheinen. "Hier können die Bürger ihre schriftlichen Anträge in die Briefkästen der Rathäuser stecken und wir kümmern uns um die Bearbeitung", sagt Fachbereichsleiterin und Bürgermeisterin Andrea Arnold.

Die Eröffnung des zentralen Bürgerbüros ist eingebettet in eine Neustrukturierung der Verwaltung. Künftig soll die Zuständigkeit rein nach Sachgebieten in vier Fachbereichen organisiert sein. "Das heißt für ein Themengebiet ist ein Mitarbeiter zuständig und das gleichzeitig für alle drei Kommunen", erläutert Probst, der sich davon verbesserte Abläufe in der Verwaltung verspricht. Die einzelnen Fachbereiche sollen räumlich konzentriert werden. Die Kämmerei bleibt traditionell im Gornsdorfer Rathaus, der Bürgerservice wird in der benachbarten ehemaligen Sparkasse untergebracht, die die Gemeinde Gornsdorf für diesen Zweck für 193.750 Euro erworben hat und an Burkhardtsdorf vermieten wird. Allgemeine Verwaltung und Bauamt bekommen je eine Etage im Burkhardtsdorfer Rathaus. Das Auerbacher Amtshaus ist laut Probst nicht geeignet, um einen ganzen Fachbereich aufzunehmen. Dort wird es zu bestimmten Terminen - wie auch in Burkhardtsdorf - Sprechstunden für die Bürger geben. Die gemeindeeigene Tochter Wohnungsgesellschaft Auerbach (WGA) zieht zudem ins Rathaus ein. Bis Ende August soll die neue Struktur ans Laufen gebracht werden. "Wir heilen damit einen Geburtsfehler der Verwaltungsgemeinschaft, beziehungsweise wir vollziehen den letzten Schritt", sagt Probst.

Das künftige Bürgerbüro richtet der örtliche Bauhof her. Es sollen einige Wände eingezogen werden, um den Geldautomaten und den Kontoauszugsdrucker der Sparkasse, beide Angebote sollen erhalten bleiben, räumlich vom Großraum abzutrennen. In diesem werden Schall- und Sichtschutzwände zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen errichtet und ein abgetrenntes Büro geschaffen.

Neben den baulichen Umbauten sind auch noch letzte konzeptionelle Arbeiten zu erledigen. "Wir müssen uns noch Gedanken um die Öffnungszeiten machen", sagt Arnold. Im Raum steht, an einigen Tagen den Service auch vor und nach den Kernzeiten anzubieten oder auch mal samstags. Zunächst einmal soll sich das Bürgerbüro in der Verwaltungsgemeinschaft etablieren. Doch mögliche Entwicklungswege sind schon vorgezeichnet: sei es eine bessere technische Ausstattung, beispielsweise mit Bürgermonitoren oder digitalen Unterschrifterfassungsgeräten, oder aber die Ausweitung des Serviceangebotes auf andere Kommunen, die Übernahme von Services des Landkreises (Führerscheinstelle) oder gar externe Angebote privater Dienstleister.


Kommentar: Vorausschauende Strategie

Die Verwaltungsgemeinschaft wächst zusammen. Wie weit, das bleibt der Prognose des jeweiligen Betrachters überlassen. Das Spektrum reicht von "wir heilen endlich die Geburtsfehler" bis "die machen sich fit für Gemeindefusionen". Fakt ist, dass im Zuge der Neustrukturierung der Verwaltung nicht nur interne Abläufe in den Blick genommen worden sind, sondern dass die Verwaltung sich mit dem Bürgerbüro zudem den Bürgern zuwendet. Wenn die neue Struktur auch für künftige (Verwaltungs)Fusionen geeignet ist, dann ist das kein böswilliger Akt, sondern vorausschauend.

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