Bundeswehrunterstützt Stollberger Krankenhaus

Chefarzt: Nicht nur auf der Intensivstation gibt es Personalprobleme

Stollberg.

Dass die Lage aufgrund der Coronavirus-Pandemie im Erzgebirgskreis nach wie vor sehr angespannt ist, macht die Situation in den Krankenhäusern der Region zunehmend problematischer. Dabei gehe es nicht nur um die Situation auf den Intensivstationen, sondern auch um die steigende Zahl von Covid-19-Patienten auf den Normalstationen. Das sagte Dr. Gregor Hilger, Leitender Chefarzt des Kreiskrankenhauses Stollberg, am Montag auf Nachfrage. Darum ist der Mediziner froh, dass der Antrag auf Hilfe durch die Bundeswehr bewilligt wurde. Aktuell sind zehn Soldaten im Einsatz, um das pflegerische Personal zu unterstützen und zu entlasten. Die Soldaten werden verschiedene Hilfstätigkeiten wie etwa Transportdienste oder die Essensausgabe ausführen oder in der Abstrichambulanz helfen.

"Wir sind über die kurzfristige und unbürokratische Unterstützung seitens der Bundeswehr froh, da sich bei uns, wie auch an allen anderen Krankenhäusern im Erzgebirgskreis, die Lage in den letzten Wochen zunehmend verschärft hat", sagt Hilger. "Die personelle Situation gestaltet sich momentan schwierig, da auch Mitarbeiter erkrankt sind - nicht nur an Covid-19." Die 35 Betten der Normalstation für Covid-19-Patienten seien komplett belegt, sagte er, darum müsse man jetzt versuchen, eine weitere Station zu eröffnen.

Die eingesetzten Soldaten hätten keine medizinische Ausbildung, entlasten das medizinische und pflegerische Personal aber, indem sie organisatorische und administrative Aufgaben für sie übernehmen. Hilger: "Die stationär zu behandelnden Covid-19-Patienten sind meist sehr pflegeintensiv - und das nicht nur auf der Intensiv-, sondern auch auf der Normalstation." Zur Absicherung der Versorgung der Patienten habe man alle verschiebbaren Operationen in diesem Jahr abgesetzt. Alle notwendigen OPs von Tumor- und Notfallpatienten würden aber durchgeführt, betont der Chefarzt.

Der Einsatz der zehn Bundeswehrsoldaten erfolgt zunächst befristet bis 23. Dezember, erklärt Oberstleutnant Jörn Hebestreit, Leiter des Kreisverbindungskommandos Erzgebirgskreis. In Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung könne aber gegebenenfalls eine Verlängerung beantragt werden.

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