CDU verliert ein Direktmandat

AfD schafft in Kopf-an-Kopf-Rennen, was anderen Parteien zuvor bei keiner Wahl gelang. Ein Parteichef hadert mit der hohen Wahlbeteiligung.

Annaberg-Buchholz.

Das hat es in der Zeit nach der Wende noch nicht gegeben: Die Christdemokraten im Erzgebirge verlieren ein Direktmandat. Geschafft hat dies die AfD im Wahlkreis 15. Zwar konnte bei den Zweitstimmen die CDU nach den vorläufigen Wahlergebnissen in allen vier Wahlkreisen stärkste Kraft bleiben, doch die AfD war ihr überall dicht auf den Fersen. Und das sagen Kreisvorsitzende zum Abschneiden ihrer Partei:

Frank Vogel (CDU): Schade, dass wir nicht alle fünf Direktkandidaten durchbekommen haben. Mit vieren sind wir aber immer noch stark dabei. Das ist wichtig, damit wir in Dresden mit genug Stimmen vertreten sind, um bei der Lösung der Probleme des ländlichen Raums, etwa in puncto Sicherheit, Medizin, Schule, mitreden zu können. Letztlich bin ich zufrieden.

Johannes Wolf (AfD): Nach einer starken Kommunalwahl haben wir richtig gut nachgelegt. Nun wird unsere Fraktion im Landtag mit zusätzlichen Kompetenzen noch schlagkräftiger für die Interessen der Bürger eintreten. Als größte Oppositionskraft werden wir vor allem darauf achten, dass die anderen Parteien ihre Versprechen einhalten. Und auch schön: Der Höhenflug der Grünen ist beendet.

Holger Zimmer (Die Linke): Keine Ahnung, was wir falsch gemacht haben. Wir hatten in jedem Falle die richtigen Themen. Doch wie sich bei den Wahlforen deutlich zeigte, gab es da zwischen den etablierten Parteien viel Deckungsgleichheit. Wahrscheinlich hängt unser Abschneiden aber auch mit der hohen Wahlbeteiligung zusammen. Dann wird meist nicht links gewählt. Wir haben dennoch unser Ziel erreicht: Wir sind drittstärkste Kraft geworden. Und zwei Listenkandidaten haben wir im Erzgebirge garantiert drin: Rico Gebhardt und Antje Feiks mit Listenplatz 1 und 3.

Simone Lang (SPD): Wir stehen im Verhältnis zur letzten Wahl nicht viel schlechter da. Das zeigt, wir haben mit unseren Themen einen guten Wahlkampf gemacht. Vielleicht reicht es ja auch zu einem Listenplatz für mich.

Ulrike Kahl (Grüne): Wir haben zwar Zuwachs an Stimmen, aber eben nur in bescheidenem Maße. Das Erzgebirge ist eine konservative Gegend. Doch nicht nur das. Zu sehen ist auch, dass mehr als jeder Vierte AfD gewählt hat. Dennoch setzen wir kontinuierlich unsere Arbeit fort. Der demografische Wandel ist auf unserer Seite. Wir haben die Themen der Jugend auf der Agenda. Das wird auch der Erzgebirger noch mitbekommen.

Ulrike Harzer (FDP): Natürlich ist es schade, dass wir nicht in den Landtag einrücken. Auf Kreisebene hatten wir alles für einen Wahlerfolg getan, waren im Wahlkampf viel vor Ort. Doch da sich alles auf einen Kampf CDU - AfD zuspitzte, hatten die anderen bürgerlichen Parteien ein Problem.

Zum Nachlesen: Liveticker zur Landtagswahl

Zur Wahlpräsentation: Alle Daten aus den Gemeinden und Wahlkreisen

Wahlkreis 13 (Erzgebirge 1) 

Rico Anton (CDU)   

Amtsberg, Auerbach, Burkhardtsdorf, Gornsdorf, Hohndorf, Jahnsdorf, Lugau, Neukirchen, Niederdorf, Niederwürschnitz, Oelsnitz, Stollberg, Thalheim

Ergebnis nach 13 von 13 Gemeinden

Wahlbeteiligung (2014: 49,7 %)    67,9 %

Direktstimmen
Rico Anton (CDU)    36,8 %
Susann Schöniger (Die Linke)    11,5 %
Susanne Ebert (SPD)    6,4 %
Thomas Dietz (AfD)    31,0 %
Heiko Reinhold (Grüne)    4,8 %
Colin Jacob (FDP)    3,6 %
Udo Gärtner (Freie W.)    5,8 %

Listenstimmen     (2014)    2019
CDU     (44,3 %)    36,2 %
Die Linke    (19,2 %)    10,0 %
SPD    (10,6 %)    7,0 %
AfD    (10,6 %)    29,6 %
Grüne    (3,1 %)    4,2 %
FDP    (2,8 %)    3,5 %
Freie Wähler    (1,3 %)    4,0 %
Sonstige    (2,3%)    5,5 %

 

Wahlkreis 14 (Erzgebirge 2) 

Eric Dietrich (CDU)

Aue-Bad-Schema, Bockau, Eibenstock, Schneeberg, Schönheide, Stützengrün, Zschorlau.

Ergebnis nach 7 von 7 Gemeinden

Wahlbeteiligung (2014: 48.1%)    63,7%

Direktstimmen
Eric Dietrich (CDU)    37,6%
Rico Gebhardt (Die Linke)    12,8%
René Müller (SPD)    6,6%
Manfred Körner (AfD)    31,3%
Uwe Kaettniß (Grüne)    2,9%
Volker Schmidt (FDP)    3,5%
Detlef Görk (Freie W.)    5,3%

Listenstimmen     (2014)    2019
CDU     (43,7 %)    42,9%
Die Linke    (19,0 %)    6,2%
SPD    (10,2 %)    7,6%
AfD    (10,6 %)    28,1%
Grüne    (2,4 %)    2,9%
FDP    (3,1 %)    5,4%
Freie Wähler    (2,1 %)    2,8%
Sonstige    (8,9 %)    7,0%

 

Wahlkreis 15 (Erzgebirge 3) 

Thomas Thumm (AfD)

Breitenbrunn, Elterlein, Grünhain-Beierfeld, Johanngeorgenstadt, Lauter-Bernsbach, Lößnitz, Raschau-Markersbach, Schwarzenberg, Zwönitz.

Ergebnis nach 9 von 9 Gemeinden

Direktstimmen
Falk Haude (CDU)    31,8%
Holger Zimmer (Die Linke)    10,6%
Simone Lang (SPD)    9,0%
Thomas Thumm (AfD)    35,3%
Ulrike Kahl (Grüne)    3,6%
Heiko Schmuck (FDP)    4,0%
Jens Zimmermann (Freie W.)    5,8%

Listenstimmen     (2014)    2019
CDU    (43,4 %)    33,9%
Die Linke    (19,3 %)    9,5%
SPD    (9,8 %)    6,7%
AfD    (11,3 %)    33,4%
Grüne    (2,9 %)    3,1%
FDP    (3,3 %)    3,7%
Freie Wähler    (1,7 %)    3,9%
Sonstige    (8,3 %)    9,0%

Wahlkreis 16 (Erzgebirge 4) 

Ronny Wähner (CDU)

Annaberg-B., Bärenstein, Crottendorf, Ehrenfriedersdorf, Gelenau, Geyer, Jöhstadt, Königswalde, Mildenau, Oberwiesenthal, Scheibenberg, Schlettau, Sehmatal, Tannenberg, Thermalbad Wiesenbad, Thum.

Ergebnis nach 16 von 16 Gemeinden

Wahlbeteiligung  (2014: 52,4 %)    68,1%

Direktstimmen
Ronny Wähner (CDU)    35,6%
Antje Feiks (Die Linke)     9,0%
Sören Wittig (SPD)     4,7%
Thomas Prantl (AfD)    33,1%
Nino Haustein (Grüne)     3,1%
Enrico Wohlgemuth (FDP)     4,2%
Beate Großmann (Freie W.)    10,4%

Listenstimmen     (2014)    2019
CDU    (45,8 %)    35,6%
Die Linke    (16,8 %)     8,4%
SPD    (9,3 %)     6,0%
AfD    (11,2 %)    31,0%
Grüne    (2,8 %)     3,3%
FDP    (3,4 %)     3,4%
Freie Wähler    (2,8 %)     6,0%
Sonstige    (2,1 %)     4,4%

 

Wahlkreis 17 (Erzgebirge 5) 

Jörg Markert (CDU)

Börnichen, Deutschneudorf, Drebach, Gornau, Großolbersdorf, Großrückerswalde, Grünhainichen, Heidersdorf, Marienberg, Olbernhau, Pockau-Lengefeld, Seiffen, Wolkenstein, Zschopau.

Ergebnis nach 14 von 14 Gemeinden

Wahlbeteiligung  (2014: 52,1 %)    67,8%

Direktstimmen
Jörg Markert (CDU)    34,6%
Kathleen Noack (Die Linke)    10,1%
Richard Ringeis (SPD)    6,7%
Torsten Gahler (AfD)    32,0%
Kay Meister (Grüne)    5,4%
Tino Günther (FDP)    6,5%
Marc Schwan (Freie W.)    4,9%

Listenstimmen     (2014)    2019
CDU    (45,1 %)    36,2%
Die Linke    (17,2 %)    8,8%
SPD    (10,2 %)    7,1%
AfD    (10,5 %)    31,4%
Grüne    (2,9 %)    3,6%
FDP    (5,3 %)    4,6%
Freie Wähler    (1,2 %)    3,2%
Sonstige    (7,6 %)    5,1%

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